Der Gemeinderat in Aichwald fasst den Satzungsbeschluss : Auf dem Laurel-Areal in Aichelberg können sechs Mehrfamilienhäuser mit 49 Wohnungen gebaut werden
Der neue Bebauungsplan Lindenweg für das so genannte Laurel-Areal im Aichwalder Ortsteil Aichelberg ist unter Dach und Fach. Kürzlich stimmte der Gemeinderat der Schurwaldkommune dem Planwerk einstimmig zu. Die Eigentümerfamilie, die das etwa 1,5 Hektar große Gelände bislang an die Firma Laurel Klammern verpachtet hatte, möchte das Grundstück an einen Investor verkaufen, der dort neuen Wohnraum schaffen soll. Der jetzt geänderte Bebauungsplan ermöglicht es, dass dort sechs Mehrfamilienhäuser mit 49 Zwei- bis Vierzimmerwohnungen und einer Gesamtwohnfläche von 3500 Quadratmetern nebst einer Tiefgarage mit 54 Stellplätzen entstehen.
Der ursprüngliche Investor ist abgesprungen
Allerdings ist der ursprünglich interessierte Investor inzwischen wieder abgesprungen, nachdem eine Bauvoranfrage im März 2022 vom Gemeinderat abgelehnt worden war. Stattdessen hat das Gremium ein Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans mit einer vorgeschalteten städtebaulichen Untersuchung und einem frühzeitigen Beteiligungsverfahren eingeleitet. Zudem beschlossen die Räte eine so genannte Veränderungssperre. Damit wollten sie verhindern, dass zwischenzeitlich auf Basis des bestehenden Bebauungsplans auf dem Gelände bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Zum Rückzug des Investors hatten aber auch die zwischenzeitlich gestiegenen Baupreise und Zinsen als Folge der Corona-Krise und des Kriegs in der Ukraine beigetragen.
Die Eigentümer des Grundstücks, die sich ebenfalls im Rahmen der Bürgerbeteiligung geäußert haben, warfen der Aichwalder Bauverwaltung in ihrer schriftlichen Stellungnahme indes vor, von Zusagen des früheren Bauamtsleiters abgerückt zu sein. Dieser habe allen Bauträgern im Vorfeld signalisiert, dass eine Wohnfläche von insgesamt 4700 Quadratmetern möglich sei. Darauf habe man vertraut. Wahrscheinlich sei die Bauvoranfrage nur wegen der aufgebrachten Nachbarn und ohne dem Bauträger oder Grundstückseigentümer Gehör zu schenken vom Gemeinderat abgelehnt worden. Diesen Vorwurf weist der Aichwalder Hauptamtsleiter Stefan Felchle indes zurück. „Die ursprünglichen Pläne waren der städtebaulichen Situation nicht angemessen“, sagt er und verweist auf die beabsichtigte „unstrukturierte und zu massive Bebauung“ in einem „sensiblen Gebiet“. Angedacht waren zwei große Gebäudekomplexe mit acht Mehrfamilienhäusern und 58 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 4700 Quadratmetern. Laut Felchle waren in der Bauvoranfrage unter anderem jedoch Baugrenzen überschritten und zudem entsprach die geplante reine Wohnbebauung nicht dem Gebietscharakter des bislang ausgewiesenen Mischgebiets. „Deshalb musste der Bebauungsplan angepasst werden“, so Felchle weiter.
Gebäudehöhen wurden etwas zurückgenommen
Während des Bebauungsplanverfahrens hatten die Träger öffentlicher Belange und auch Privatpersonen insgesamt drei Mal die Möglichkeit zum neuen Bebauungsplan Stellung zu nehmen und Änderungswünsche vorzubringen. Das führte schließlich dazu, dass vor allem Baugrenzen und Gebäudehöhen noch etwas zurückgenommen wurden. Aichwalds Bürgermeister Andreas Jarolim sprach während der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, der den Satzungsbeschluss für den geänderten Bebauungsplan zu fassen hatte, von einem „guten Kompromiss zwischen Eigentümern und Anwohnern“. Und auch für Volker Haug (CDU) wird „auf die Anwohner jetzt hinreichend Rücksicht genommen“, wie er sagte. Haug sprach von einer „gerechten Abwägung und einer gerechten Lösung“ für alle Betroffenen. Michael Neumann (SPD) gab seiner Hoffnung Ausdruck, „dass dort jetzt endlich auch mal etwas passiert“.
Steht das Projekt auf der Kippe?
Firma
Seit dem Jahr 1957 hat die Firma Laurel Klammern ihren Sitz im Aichwalder Ortsteil Aichelberg. Jetzt will die Eigentümerfamilie das etwa 1,5 Hektar große Grundstück verkaufen. Gegründet wurde die Firma bereits im Jahr 1952 von Kurt und Margarete Lorber in Bad Cannstatt und produziert nach wie vor Heftklammern. Heute umfasst das Portfolio von Laurel allerdings fast 20 Produktgruppen mit 70 verschiedenen Artikeln. Auf dem frei werdenden Areal sollen in den nächsten Jahren sechs Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 49 Wohnungen entstehen.
Investor
Da sich der ursprünglich interessierte Investor aus verschiedenen Gründen inzwischen wieder zurückgezogen hat, steht das Projekt möglicherweise auf der Kippe. „Wir hoffen, dass wir unseren Plan, die Flächen einer angemessenen Wohnbebauung zuführen zu können, nicht aufgeben müssen“, äußerte sich die Eigentümerfamilie erst kürzlich in ihrer Stellungnahme im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens.