Für den Neubau der Schulkindbetreuung an der Mörike-Grundschule investiert die Gemeinde Köngen 4,45 Millionen Euro. Foto: Kerstin Dannath

Angesichts der angespannten Haushaltslage werden Priorisierungen in Köngen nötig sein, um den Pflichtaufgaben der Gemeinde gerecht zu werden.

Der Köngener Haushalt ist erneut nicht ausgeglichen – die Kommune rechnet im Ergebnishaushalt mit einem Fehlbetrag von etwas mehr als 2,82 Millionen Euro. Im Vorjahr war es ein Minus von 1,33 Millionen Euro. Noch kann das Defizit aber über Rücklagen ausgeglichen werden. „Wir verfügen weiter über eine solide Substanz, stehen aber vor großen strukturellen Herausforderungen“, konstatierte Köngens Bürgermeister Ronald Scholz. Allerdings sei das Defizit ein Warnschuss: „Wir müssen sehr bewusst in die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde investieren. Was wird wie in welchem Umfang gestaltet – es werden Priorisierungen nötig sein.“

Auch der Finanzhaushalt ist angespannt, hier erwartet die Gemeinde für 2026 aus ihrer laufenden Verwaltungstätigkeit einen Zahlungsmittelbedarf in Höhe von rund 990 000 Euro. Investiert wird indes weiterhin kräftig, das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 12 Millionen Euro, demgegenüber stehen Einzahlungen in Höhe von 5,5 Millionen Euro. Damit ergibt sich hier ein Finanzmittelbedarf von 6,9 Millionen Euro. In Summe ergibt sich ein Minus von rund 7,9 Millionen Euro, der aus den Rücklagen entnommen wird.

Größte Investition in Köngen

Der dickste Brocken in Sachen Investitionen ist 2026 der Neubau der Schulkindbetreuung an der Mörike-Grundschule zur Umsetzung des Ganztagsbetreuungsanspruchs: 4,45 Millionen Euro sind dafür eingeplant. Es folgen 1,265 Millionen Euro für Kanalneubauten und Sanierungen sowie 1,165 Millionen Euro für die Erneuerung der Tartanbahn und des Rasens im Stadion Fuchsgrube. Für die Neugestaltung des Festplatzes sind 2026 zunächst 400 000 Euro Planungskosten vorgesehen, die Gesamtkosten werden indes mit 4,4 Millionen Euro angegeben. Die Köngener Gemeinderäte verabschiedeten den Haushaltsplan 2026 sowie die Wirtschaftspläne für die beiden Eigenbetriebe Seniorenzentrum und Wasserwerk einstimmig.

In ihren Haushaltsreden forderten alle Fraktionen eine strikte Ausgabenkontrolle – und stellten teils bereits erfolgte Beschlüsse erneut auf den Prüfstand. So kündigten mit den Freien Wählern (FW) und der CDU die beiden stärksten Fraktionen an, dass man sich angesichts der Haushaltslage nochmals über den neuen Festplatz unterhalten müsse. „Eine bescheidenere Lösung, die dennoch zweckmäßig ist und Raum für Veranstaltungen unterschiedlichster Art bietet, muss her“, forderte FW-Fraktionschef Günter Hoffelner. Für die CDU ist zudem die Generalsanierung der Burgschule vom Tisch: „Angesichts des Kosten-Nutzen-Verhältnisses lehnen wir das zum jetzigen Zeitpunkt ab“, erklärte Fraktionschef Stefan Eisenhardt (CDU).

Pflichtaufgabe: Neubau eines Feuerwehrmagazins

Nicht verhandelbar ist dagegen der Neubau eines Feuerwehrmagazins, aber auch hier besteht wohl noch Diskussionsbedarf: Erste Vorschläge von Fachplanern mit Kosten von zwölf Millionen Euro bezeichnete Hoffelner als „völlig illusorisch und nicht umsetzbar“. Ein Neubau sei als Pflichtaufgabe der Gemeinde hoch zu priorisieren: „Aber wir wollen nichts unversucht lassen, um die projektierten Baukosten bei acht Millionen Euro zu deckeln.“ Der FW-Chef kündigte einen zeitnahen Antrag an, Vergleichsobjekte für einen Neubau zu ermitteln und deren Übertragbarkeit auf Köngen zu prüfen: „Wie das Rad müssen auch Feuerwehrhaus-Neubauten nicht ständig neu erfunden werden“, begründete Hoffelner.