Beim Deutschland-Cup im November 2020 traf die deutsche Mannschaft mit Moritz Müller (li) und Torhüter Mathias Niederberger auf Lettland, den WM-Gastgeber 2021. Foto: imago/Revierfoto

Kurz vor den zwei abschließenden WM-Testspielen in Nürnberg gegen Belarus wird ein Mitglied des Trainerteams der deutschen Mannschaft positiv getestet. Der WM-Fahrplan läuft fast unverändert weiter.

Stuttgart - Auf der Zielgeraden der WM-Vorbereitung ist die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft böse gecheckt worden – vom Coronavirus. Am Dienstag war Co-Trainer Matt McIlvane positiv getestet worden, daraufhin zog der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) die Reißleine, beendete das Eistraining und verdonnerte die Cracks am Dienstag und Mittwoch zu Taktikschulung und Fitnessprogramm in ihren Hotelzimmern. Isolation anstatt Eiszeit und Autogrammaktion. „Begeistert ist natürlich keiner“, erzählte DEB-Sportdirektor Christian Künast. Die gute Nachricht: McIlvane hatte keinerlei Kontakt zu den Spielern, aufgrund der raschen Reaktion können die letzten beiden Spiele der WM-Testphase an diesem Freitag (17 Uhr) und Samstag (15.45 Uhr/beide Sport 1) gegen Belarus ausgetragen werden. „Stand heute werden sie stattfinden“, sagte Künast. „Sollte sich aber abzeichnen, dass jemand gesundheitlich gefährdet ist, werden wir entsprechend reagieren.“

Matt McIlvane war beim Silbercoup 2018 dabei

Matt McIlvane, der bei den Winterspielen 2018 zum DEB-Trainerstab zählte, arbeitet dem Team aus der Isolation online zu, er weist keine Symptome auf. Der US-Amerikaner, Cheftrainer von Red Bull Salzburg, war in seiner Heimat am 23. April geimpft worden. Tests am Freitag und Sonntag vor dem Flug nach Deutschland waren negativ, ein erster Schnelltest nach der Ankunft am Montag ebenfalls, doch am Dienstag brachte ein weiterer ein positives Ergebnis. Ein PCR-Test bestätigte den Befund. Es könne sein, dass „die Impfung angeschlagen hat“, meinte Künast. Nach einem weiteren Test soll mit Bundestrainer Toni Söderholm besprochen werden, ob McIlvane mit zur WM nach Riga (21. Mai bis 6. Juni) fliegen wird. Alle, die spätestens am 6. Mai negativ sind, dürfen nach den Regularien von Weltverband IIHF an der WM teilnehmen. Am nächsten Dienstag geht die deutsche Mannschaft samt Trainerstab in die WM-Blase, vier Tage später reist sie nach Riga.

Welche Profis aus Nordamerika im Tross sein werden, ist unklar. Tobias Rieder verpasste mit den Buffalo Sabres die NHL-Play-offs, bei ihm sind die Chancen gut. Tim Stützle steht für die Ottawa Senators noch am 12. Mai auf dem Eis. Auch die AHL-Profis Tom Kühnhackl, Leon Gawanke und Lean Bergmann dürfen noch auf die WM hoffen. Die Spieler könnten am 15. Mai, wenn das US-Team sowie Team Kanada nach Lettland reisen, mit im Flieger sitzen. Der DEB klärt die Situation derzeit ab. „Wir sind mit allen in Kontakt“, sagt Künast. Sehr unwahrscheinlich ist der WM-Start von Superstar Leon Draisaitl und Dominik Kahun – sie haben mit NHL-Club Edmonton Oilers die Play-offs erreicht und müssten früh scheitern, damit eine Nachnominierung sinnvoll wäre.

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