Karl Geiger hat die Bronze-Medaille gewonnen. Foto: dpa/Daniel Karmann

Karl Geiger springt beim Sieg des Österreichers Stefan Kraft zu Bronze auf der großen Schanze und damit zur dritten WM-Medaille in Oberstdorf. Titelverteidiger Markus Eisenbichler legt eine Bruchlandung hin.

Oberstdorf - Karl Geiger schlug fassungslos vor Freude die Hände vor das Gesicht, da fiel ihm schon „Bruchpilot“ Markus Eisenbichler um den Hals: In einem wahren Skisprung-Drama von der Oberstdorfer Großschanze hat Lokalmatador Geiger ein Happyend in Bronze erlebt und seine dritte Medaille bei der „WM dahoam“ gewonnen. Während Titelverteidiger Markus Eisenbichler nach einem spektakulären Sturz nur 17. wurde, durfte Geiger an der Seite des neuen Weltmeisters Stefan Kraft (Österreich) die nächste emotionale Siegerehrung erleben.

„Mit Bronze bin ich überglücklich“, sagte der 28 Jahre alte Geiger, der bei wildem Schneetreiben im zweiten Durchgang noch von Platz sechs auf das Podest gestürmt war: „Mein erster Sprung hat mich total geärgert, der zweite war aber richtig schön. Da wusste ich, der ist was wert.“ Der erneut glücklose Eisenbichler freute sich herzlich mit seinem Kumpel: „Der Karl is a Hund!“

Vier Medaille fürs deutsche Team

Für das deutsche Team war es die vierte Medaille in Oberstdorf, Geiger hatte Gold mit dem Mixed-Team und Silber im Einzel von der Normalschanze gewonnen. Am Samstag hat der deutsche Skisprung-Vierer noch die Chance auf eine Mannschaftsmedaille, geht als Titelverteidiger ins Rennen (17.00/ZDF und Eurosport). „Da wollen wir richtig angreifen, alles geben“, sagte Geiger. 

Kraft, bereits 2017 in Lahti Doppelweltmeister und in diesem Winter unter anderem von einer Corona-Infektion außer Gefecht gesetzt, siegte mit Sprüngen auf 132,5 und 134,0 m (276,5 Punkte) souverän vor dem Norweger Robert Johansson (272,1) und Geiger (267,4), der zweimal auf 132,0 m kam.

Eisenbichler (231,8) hatte nach einem schwachen Sprung auf 116,5 m schon zur Halbzeit nur auf Platz 16 gelegen. Der zweite Durchgang lief mit 134,0 m deutlich besser, allerdings kippte der 29-Jährige bei der Landung vornüber und landete bäuchlings im Schnee. Eisenbichler blieb unverletzt, die Aufholjagd war aber jäh beendet. Rund 20 Punkte kostete ihn der Sturz, auch ohne diesen hätte es damit nicht zur Medaille gereicht.

„Auf die Schnauze bin ich geflogen. Das hat nicht gut getan, aber ich habe halt riskiert“, sagte der 29-Jährige, für den es schon auf der Normalschanze nur zu Platz 17 gereicht hatte: „Es ist kacke, ich war echt gut in Form, und dann legt es mich auf die Waffel. Das nervt mich.“

Severin Freund auf Platz 22

Pius Paschke fiel mit einem schwachen zweiten Sprung von Platz sieben weit zurück und wurde 18. (231,2/129,5+114,5). Ex-Weltmeister Severin Freund schaffte es in seinem ersten WM-Wettkampf seit sechs Jahren auf Rang 22 (218,2/122,5+118,5) und sicherte sich damit wohl den Startplatz beim Teamwettbewerb, da er Weltmeisterschafts-Debütant Martin Hamann auf Platz 24 (215,4/121,5+123,0) hinter sich ließ.

Der heftige Schneefall und der damit verbundene tiefe Schnee im Hang hatten am Freitag für sehr anspruchsvolle Verhältnisse gesorgt. „Der Schneefall ist nicht so schlimm in der Spur, aber bei der Landung muss man extrem vorsichtig sein, dass man nicht vornüber fällt“, sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im ZDF. Die Warnung kam nicht bei Eisenbichler an.

Der ursprüngliche Topfavorit Halvor Egner Granerud musste den Wettkampf aus der Quarantäne heraus verfolgen. Der 24-Jährige, der in diesem Winter elf Springen gewonnen hatte und vorzeitig als Gewinner des Gesamtweltcups feststeht, war am Mittwoch positiv auf Corona getestet worden und weist mittlerweile deutliche Symptome auf.

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