Ein Lernraum in einer Flüchtlingsunterkunft. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Ehrenamtliche, die sich für die WLAN-Versorgung von Flüchtlingen einsetzen, mahnen die Verkabelung der Unterkünfte an. Aufgrund der Randlagen sei oft zu schlechter Empfang für Mobilfunklösungen.

Stuttgart - Ehrenamtliche aus der Flüchtlingshilfe mahnen schon länger stabiles WLAN und eine Verkabelung der Flüchtlingsunterkünfte an, damit die Kinder und Jugendlichen dort nicht weiter abgehängt werden. Nun berichten Helfer zudem über Schwierigkeiten, die ihnen in der Praxis begegnen, wenn sie WLAN einrichten: „Mit Freiwilligenarbeit könnte man eine massive Verbesserung in kurzer Zeit erreichen, wenn wir denn nur dürften“, schreibt Jens Erat, ein Ehrenamtlicher aus der Freifunk-Szene, der drei Unterkünfte in Plieningen und Birkach mitbetreut. Wenn sich die Standortleitungen aus den Unterkünften absichern wollten, was eine behelfsmäßige Kabelverlegung angeht, untersage das Liegenschaftsamt „quasi alles“. Eine „Verkabelung im Hintergrund“ sei „unglaublich wichtig. Denn: bei so vielen Bewohnern pro Standort – meistens sind es mehrere Häuser, die versorgt werden müssen – sei eine hohe Leistung gefordert.

Sozialamt und Schulverwaltungsamt prüfen LTE-Router als Lösung

Ähnlich äußert sich auch Wolfgang Detel, der sich im Arbeitskreis Flüchtlinge Heumaden engagiert und an der Kirchheimer Straße die Gebäude mit WLAN versorgt hat. Es sei eine enorme logistische Herausforderung gewesen, alle Häuser abzudecken. Internet über Mobilfunk schätzt er als zu instabil und zu teuer ein.

Das Sozialamt und das Schulverwaltungsamt prüfen wie berichtet aktuell, Familien in den Flüchtlingsunterkünften „kurzfristig“ mobile LTE-Router bereitzustellen, um den Schulkindern ohne Internetzugang die Teilnahme am Homeschooling zu ermöglichen. Was stationäres WLAN angeht, ist keine zeitnahe Lösung in Sicht.

Jens Erat erachtet Mobilfunk-Lösungen als „nicht praxisnah“. Der Empfang in den Unterkünften sei wegen der Randlage meist schlecht. Und: „Die immensen Datenvolumen machen das Projekt auch sehr teuer.“

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