Nach der Signa-Pleite: Auf der Brache an der Schul-/Königstraße tut sich endlich etwas. Die Dibag beginnt mit dem Bau des „Patio“. Was geplant ist und wer einzieht.
In wenigen Tagen soll es losgehen. Die Brache an der Schul-/ Königstraße wird bebaut, was auch mit dem Buchhändler Wittwer/Thalia zu tun hat. Im Oktober sollen die Arbeiten beginnen. Nach dem Abriss der ehemaligen Sportarena warten die Stuttgarterinnen und Stuttgarter seit 2023 darauf, dass sich an dieser Stelle endlich etwas tut. Ursprünglich wollte der österreichische Immobilienunternehmer René Benko mit seiner Signa Real Estate dort den Neubau „Zwei hoch Fünf“ mit Platz für 2300 Quadratmeter Einzelhandel und 5000 Quadratmeter Bürofläche realisieren.
Mittlerweile sitzt Benko seit Monaten in Untersuchungshaft. Dem 48-Jährigen wird schwerer Betrug rund um die Pleite seines Signa-Imperiums vorgeworfen. Die riesige Baulücke wird deshalb auch gerne Benko-Loch genannt.
2300 Quadratmeter für den Handel
Doch die Zeit der Untätigkeit und Ungewissheit ist nun vorbei. Die Dibag Industriebau AG hat das Grundstück erworben und ist auch in der Planung ihres Neubaus schon weit vorangeschritten. Unter dem Projektnamen Patio – benannt nach den geplanten, sogenannten Lichthöfen – sollen 2300 Quadratmeter für den Handel und vom 1. bis zum 5. Obergeschoss 4800 Quadratmeter Büroflächen entstehen. Über die Projektkosten herrscht bei der Dibag Stillschweigen.
Klar ist hingegen mittlerweile, wer die Handelsflächen übernehmen wird. Das Erd- und 1. Untergeschoss wird das Buchhandelsunternehmen Wittwer/Thalia beziehen. Die Eröffnung ist für Winter 2027/28 geplant.
Wann und ob hingegen die Rosskastanie an der Königstraße für das Bauprojekt weichen muss, ist laut der Dibag noch nicht geklärt. Der etwa 30 Jahre alte Baum ist rund 18 Meter hoch und hat einen Stammumfang von circa 150 Zentimetern. Laut Garten-, Friedhofs- und Forstamt ist er in einem guten Gesundheitszustand.
Falls der Baum nicht gefällt werde, könne es allerdings sein, dass er im Zuge der Baumaßnahmen kippe oder sterbe, hieß es bei der Dibag im Juli dieses Jahres. Zudem führe der Verbleib des Baumes zu einer viermonatigen Bauverzögerung und Mehrkosten, die allerdings nicht beziffert wurden.