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Zu hoher oder zu niedriger Blutdruck? Lesen Sie hier, welche Werte normal sind.

Mit dem Blutdruck ist die Kraft gemeint, die das Blut auf die Blutgefäße ausübt. Gemessen wird er mit der Einheit Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Ein zu hoher, aber auch ein zu niedriger Blutdruck kann für unangenehme Symptome wie Kopfschmerzen sorgen. Dabei sind die Gründe dafür, warum manche Menschen öfter einen erhöhten beziehungsweise einen zu geringen Blutdruck haben, vielfältig. Lesen Sie jetzt mehr über Ursachen und Anzeichen eines von der Norm abweichenden Blutdrucks.

Sind Blutdruckschwankungen unüblich?

Es ist etwas ganz Natürliches, dass es im Laufe eines Tages immer wieder zu Blutdruckschwankungen kommt. Mit anderen Worten ist der Blutdruck nie über einen längeren Zeitraum hinweg völlig konstant. Das liegt daran, dass sich der Körper, durch ein leichtes Erhöhen und Absenken des Blutdrucks, auf unterschiedliche Situationen einstellt. Zu Blutdruckschwankungen führen etwa die folgenden Faktoren:

  • Körperliche Tätigkeit: Wenn Sie sich bewegen – etwa bei der Arbeit oder beim Sport – sorgt Ihr Organismus, durch ein kurzfristiges Erhöhen des Blutdrucks, dafür, dass Ihre Muskeln mit etwas mehr Sauerstoff versorgt sind.
  • Positionswechsel: Dass der Blutdruck vorübergehend leicht absinkt, wenn Sie von einer liegenden in eine stehende Position wechseln, ist etwas ganz Normales. Denn Ihr Blut sackt dabei – aufgrund der Schwerkraft – in die untere Körperhälfte ab. Nach wenigen Augenblicken reguliert der Kreislauf dieses Phänomen – etwa durch ein Engstellen der Blutgefäße – jedoch wieder.
  • Flüssigkeit im Organismus: Ist Ihr Flüssigkeitsgehalt etwas niedriger (beispielsweise, wenn Sie wenig getrunken haben), wirkt sich das auch auf den Druck in Ihren Blutgefäßen aus. Dieser ist dann etwas geringer, weil sich weniger „Wasser“ im Blutkreislauf befindet.

Sogenannte Drucksinneskörperchen (Pressorezeptoren) – besondere Sensoren der Gefäße – nehmen im Übrigen Blutdruckschwankungen wahr – sie registrieren die Gefäßwanddehnung. Je weiter diese ist, desto höher ist der Blutdruck und umgekehrt.

Blutdruck: Was sind normale Werte?

Es lässt sich nicht pauschal für alle Menschen der gleiche Blutdrucknormwert nennen. Das liegt daran, dass es abhängig vom Lebensalter ist, welcher Blutdruck im Ruhemodus als normal gilt. In der Regel sind folgende Werte optimal:

  • Kinder (ab 6 Jahren): 100/60 mmHg
  • Kinder (ab 9 Jahren): 110/70 mmHg
  • Jugendliche (ab 12 Jahren) und Erwachsene: 120/80 mmHg
  • ältere Personen (ab 65 Jahren): 140/90 mmHg) (1)

Zu hoher Blutdruck – wann ist das der Fall?

Ein zu hoher Blutdruck ist für Mediziner eine sogenannte Hypertonie. Darunter verstehen sie einen Wert, der dauerhaft über dem Blutdrucknormwert liegt. Bei einem Erwachsenen also ein Blutdruck über 140/90 mmHg. Etwa 25 bis 40 Prozent der erwachsenen Personen haben in Deutschland eine Hypertonie. (2)

Ein ständig zu hoher Blutdruck kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Kopfschmerzen
  • Ohrensausen
  • Schwindel
  • Herzklopfen

Besonders äußern sich diese bei körperlicher Belastung. Es gibt jedoch auch viele Betroffene, die keinerlei Symptome haben. (2)

Zu den Ursachen eines beschwerdeauslösenden zu hohen Blutdrucks zählen unter anderem diese:

  • bestimmte Erkrankungen (beispielsweise das Cushing-Syndrom bei dem es durch ein Überangebot an Hormonen zu körperlichen Veränderungen kommt)
  • Bewegungsmangel
  • falsche Ernährung (etwa mit zu viel Kochsalz)
  • zu viel Alkohol

Lassen Sie sich von einem Arzt untersuchen, falls Sie vermuten, an einer Hypertonie zu leiden. Er kann Ihnen eine sichere Diagnose stellen und die nötige Behandlung einleiten. Zu den Möglichkeiten gehören zum Beispiel blutdrucksenkende Medikamente oder die Therapie einer bestehenden Grunderkrankung.

Zu niedriger Blutdruck: Ab diesen Werten besteht er

Von einer Hypotonie ist dann die Rede, wenn der Blutdruck dauerhaft zu niedrig ist. Er liegt dann meist bei einem Wert von unter 100/60 mmHg. Bemerkbar macht sich das etwa durch Symptome wie:

  • Abgeschlagenheit
  • Konzentrationsstörungen
  • Leistungsschwäche
  • blasse Haut

Häufig hat eine Hypotonie keinen Krankheitswert und muss nicht behandelt werden. Denn gerade bei sehr schlanken Kindern und Jugendlichen als auch bei jungen Frauen ist sie ein oft beobachtetes Phänomen. Viele aus dieser Gruppe verspüren keine Beschwerden. Sie tendieren allerdings leichter dazu, dass ihnen kurz schwarz vor Augen wird. (2)

In Behandlung gehören jedoch Personen, die einen zu niedrigen Blutdruck aufgrund dieser Ursachen haben:

  • bestimmte Erkrankungen (beispielsweise eine Herzschwäche)
  • Arzneimittelnebenwirkung (Probleme können etwa Diuretika – entwässernde Medikamente – bereiten)

Beim Verdacht auf eine Hypotonie ist der Gang zum Arzt also immer empfehlenswert. Denn der Experte verfügt über die nötigen Mittel, um den Grund Ihres zu niedrigen Blutdrucks zu erkennen. Auf Basis der ermittelten Ursachen kann er die nötigen Therapiemaßnahmen einleiten.

Quellen:

(1) Menche, Nicole u.a.: Pflege Heute. Lehrbuch für Pflegeberufe. München: Elsevier 62014. S. 360-362.

(2) Menche, Nicole u.a.: Pflege Heute. Lehrbuch für Pflegeberufe. München: Elsevier 62014. S. 731-735.

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