Das Firmenschild hängt noch, aber bis Ende Januar gibt die Staufen AG ihre Geschäftstätigkeit im Köngener Schloss auf. Foto: Kerstin Dannath

Die Staufen AG verlässt das Köngener Schloss und hinterlässt eine Lücke. Die Gemeinde sucht nun dringend einen Nachmieter für die prestigeträchtige Immobilie.

Seit 2007 hatte die Staufen AG ihren Sitz im Köngener Schloss – 2025 wurde die international tätige Managementberatung von dem weltweit tätigen Dienstleistungsunternehmen Accenture mit Sitz in Dublin übernommen. Bis Ende Januar 2026 werden die Räumlichkeiten im Köngener Schloss laut Bürgermeister Ronald Scholz vollständig aufgegeben, der Mietvertrag läuft indes noch bis August 2027.

Unabhängig davon bemüht sich die Gemeinde schon jetzt aktiv um eine Anschlussnutzung der kommunalen Immobilie - denn mit der Kündigung fallen nicht nur Arbeitsplätze weg, auch ein solventer Gewerbesteuerzahler geht damit flöten. Trotz der angespannten Wirtschaftslage ist Bürgermeister Scholz zuversichtlich, eine Lösung zu finden: „Wir befinden uns bereits in Gesprächen mit einigen Interessenten.“ Zu den Branchen wollte sich der Verwaltungschef nicht exakt äußern: „Es ist ein breit gefächertes Feld.“

Schloss Köngen: Historischer Charme und flexible Mietoptionen

Scholz betonte, dass das Schloss mit seiner guten Verkehrsanbindung – unter anderem an die A8 und den Flughafen Stuttgart – sowie seines besonderen historischen Charmes ganz besondere Pluspunkte zu bieten habe. Es geht um etwa 920 Quadratmeter verteilt auf mehrere Geschosse, für die die Gemeinde eine Netto-Kaltmiete von 12 Euro pro Quadratmeter aufruft, auf Anfrage seien auch Teilungen möglich, wie es im offiziellen Exposé heißt. Ziel sei es, so der Verwaltungschef weiter, wieder an einen Gewerbesteuerzahler zu vermieten. Falls das nicht funktioniere, schließt Scholz aber auch einen Mieter, der nicht unter die Voraussetzungen für die Gewerbesteuerpflicht fällt, etwa einen Steuerberater oder einen Arzt, nicht aus. Der Grund: „Einen Leerstand gilt es auf jeden Fall zu vermeiden.“