An der Pfulb laufen die Vorbereitungen für die neue Skisaison auf Hochtouren. Foto: Ines Rudel

Auf der Schwäbischen Alb ist der erste Schnee gefallen. Noch reicht die dünne Schneedecke nicht zum Skifahren und Langlaufen.

Lenningen - Die Wintersportfreunde im Kreis Esslingen können ihre Snowboards und Skier langsam schon mal aus dem Keller holen und die Kufen der Rodelschlitten entrosten. Auf der Schwäbischen Alb kündet eine feine Puderdecke von künftigen Winterfreuden. Pünktlich zum ersten Schneefall sind die Liftbügel an den beiden Schleppliften des Skigebiets Pfulb befestigt. Noch lässt die dünne Schneedecke weder einen alpinen Skibetrieb zu, noch lohnt es sich, die Langlaufski unterzuschnallen. Trotzdem haben Skiliftbetreiber und Loipenspurer die Weichen schon gestellt.

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„Wir haben gerade eben die letzten Wegweiser entlang der Loipen aufgestellt. Unsere Internetseite und das Schneetelefon werden von jetzt an wieder täglich aktualisiert“, sagt Martin Gienger, der Ranger in Diensten des Landkreises Esslingen. Er, sein Kollege Steffen Wachter und der Landschaftspfleger Daniel Devaux sind für insgesamt mehr als 30 Kilometer gespurte Langlaufloipen auf der Schopflocher Alb und bei Erkenbrechtsweiler zuständig.

„Sechs Zentimeter Schnee sind zu wenig“

Noch aber bleiben der Pistenbully und das Loipenspurgerät im Schuppen. „Sechs Zentimeter Schnee sind zu wenig. An vielen Stellen guckt das Gras noch raus“, sagt Gienger. Zudem soll es Mitte der Woche laut Wetterbericht wieder wärmer werden. Sobald es die Schneelage jedoch zulässt, rücken er und seine beiden Kollegen aus. „Wir freuen uns, wenn wir den Leuten gerade in der Corona-Zeit ein Angebot an der frischen Luft machen können“, sagt der Ranger. Um deren Sicherheit zu gewährleisten, beugen sich selbst die Loipen dem Corona-Diktat. Damit sich die Langläufer auf ihrer Runde nicht zu nahe kommen, wird in diesem Winter die Skating-Spur erstmals zwischen die beiden klassischen Spuren gelegt.

Während die Langläufer auf jeden Fall auf der sicheren Seite sind, schauen die Alpinfreunde mit gemischten Gefühlen auf den kommenden Winter. „Der Wintersport ist noch nicht von der Corona-Verordnung betroffen. Wir hoffen bisher auf einen normalen Skibetrieb“, sagt Kriszina Keim, die im Auftrag der Arbeg Wernau für den Ski- und Freizeitbetrieb an der Pfulb verantwortlich zeichnet. Seit dem Januar 2020 hat die Behinderteneinrichtung an der Pfulb das Sagen. Erklärtes Ziel des Engagements ist es, das Sportangebot des beliebten Ausflugsziels im Biosphärengebiet Schwäbische Alb für Menschen mit und ohne Handicap noch weiter auszubauen. Dabei will die Behinderteneinrichtung eigenem Bekunden zufolge den skitreibenden Sportvereinen in der Region ebenso ein zuverlässiger Partner sein, wie den skifahrenden Gästen und den Spaziergängern und Wanderern im Sommer.

Oberste Priorität ist die sinnvolle Beschäftigung

Der vergangene Winter hatte das Engagement des neuen Pächters gleich auf eine schwere Belastungsprobe gestellt. Ein klassischer Skibetrieb war nicht möglich. Wegen der Corona-Auflagen konnten die Wintersportfreunde den Lift nur stunden- und haushaltsweise mieten.

Nicht unbedingt zum Schaden der Arbeg. „Obwohl es uns nicht ums Geld geht und unsere oberste Priorität es ist, den Menschen mit Behinderung eine sinnvolle Beschäftigung zu geben, haben wir im letzten Winter einen schönen Gewinn gemacht“, sagt Kriszina Keim. Der fließt wieder zurück in die Einrichtung, aber auch in die Reparatur des in der Halloween-Nacht von Brandstiftern angezündeten Kiosks am Parkplatz.

An der Pfulb warten zwei Skilifte auf Gäste. „Wir haben die Anlage vorbereitet und frisch vom Tüv abnehmen lassen“, sagt Kriszina Keim. Sobald der Schnee am Hang 30 Zentimeter hoch liegt, wird präpariert und der Lift angeworfen. Wer vorher schon Winterluft schnuppern will, muss zumindest an den Wochenenden nicht darben. Die Skihütte hat am Freitag von 13 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Am Samstag und Sonntag startet der Betrieb schon um 10 Uhr.

In der kleinen Gaststätte, wie später auch am Skilift, arbeiten vor allem Menschen mit Behinderung. „Wir schenken Glühwein und Kinderpunsch aus. Außerdem gibt es in unseren Werkstätten selbst gefertigte Maultaschen und Kuchen“, rührt die Chefin schon mal die Werbetrommel.

Ideal für Familien, Anfänger und Genussfahrer

Skigebiet
 Das Wintersportgebiet auf der Schwäbischen Alb unweit des Lenninger Teilorts Schopfloch liegt auf einer Höhe von 720 bis 770 m. Zum Skifahren und Snowboarden steht eine präparierte Piste von einem Kilometer Länge zur Verfügung. Die von zwei Liften erschlossenen Abfahrten eignet sich für Familien, Anfänger und Genussfahrer.

Einrichtung
 Die Arbeg ist eine anerkannte Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Sie ist eine hundertprozentige Tochter der Werkstätten Esslingen-Kirchheim (WEK). An den Standorten Esslingen, Ostfildern, Kirchheim, Wernau und Nürtingen sowie in Außenarbeitsgruppen unterstützt der Verbund rund 500 Personen mit Handicap darin, ein eigenverantwortliches und selbstständiges Leben zu führen.