Die Esel der Eselsmühle sind jetzt meist draußen. Aber wenn Fütterungszeit ist, sind sie lieber im Stall. Foto: Brändli

Was machen die Esel der Eselsmühle eigentlich im Winter? Und was die Tiere vom Aktivspielplatz Musberg? Die Landschildkröten im Tierheim gehen in die Winterstarre.

Eine Volksweisheit weiß: Wenn es dem Esel sehr wohl ist, begibt er sich aufs Eis. Ob sich die Esel der Eselsmühle auch so wohl fühlen, dass sie am liebsten aufs Glatteis gehen würden, lässt sich nicht wirklich einschätzen, da mangelt es an Möglichkeiten in derem Umfeld.

Aber auch so spricht alles dafür, dass sich die acht Esel der Eselsmühle dort pudelwohl fühlen: „Die sind auch jetzt in der Übergangszeit viel draußen, aber auch der Stall ist jederzeit für sie offen, wenn sie mal reinwollen“, sagt Natalie Barthels. Und auf die unmittelbaren Streichelkontakte freuen sich ja auch viele Besucher der Eselsmühle, ob jung oder alt. Jetzt im November gibt es ja auch Anlässe für einen Besuch des historischen Ensembles im Sieben-Mühlen-Tal. Mit anderen Nachkommen aus der Gründerfamilie Gmelin leitet Barthels diesen Familienbetrieb. Wobei es eben ihre Spezialaufgabe ist, sich um das Wohl der vierbeinigen Namensgeber der Mühle zu kümmern. „Es ist ja auch so, dass Esel eine niedrigere Wohlfühltemperatur haben als wir Menschen“, weiß Barthels, „von daher sind Temperaturen wie jetzt für sie überhaupt kein Problem“. Was jetzt eben etwas anders ist: „Abends und spätestens in der Nacht gehen sie konsequent in den Stall“. Und da ist eben wichtig, dass dieser Stall abgesehen vom Ein- und Ausgangsbereich an drei Seiten so winddicht ist, dass kein Durchzug entsteht. Deshalb müssen die Tiere jetzt auch nicht mit Decken versorgt werden: „Die rücken natürlich auch etwas näher zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen“, so Barthels.

„Das machen sie auch wenn es regnet oder gar schneit. Aber Esel haben generell so ihre Probleme bei Regen, das mögen sie auch im Sommer überhaupt nicht“. Auch in Sachen Ernährung bleibt alles beim Alten, sprich: Bei viel Heu. „Beim Füttern gilt generell: Weniger ist mehr“, so Barthels.

Die Pferde vom Aktivspielplatz Musberg haben ihre Winterdecken. Dem ersten Schnee in diesem Jahr auf den Fildern schauen sie da mit viel Gelassenheit entgegen. Foto: Markus Brändli

Denn diese Tiere kommen nun mal ursprünglich aus Gegenden, in denen es eher karg zugeht: Viele kräuterartige Pflanzen, wenig Gras. Deshalb gibt es auch für sie im Sieben-Mühlen-Tal viel Heu und – dem Standort geschuldet – auch immer wieder mal einen Kanten Brot. „Es darf halt nicht zu energiereich sein“, so Barthels.

Ein Weihnachtsbaum für die Esel der Eselsmühle

Und nach Weihnachten gibt es auch noch ein spätes Geschenk für sie: Den Weihnachtsbaum der Familie. Barthels: „Die Nadeln und die Rinde, das ist sehr gut für sie. Das mögen sie auch gerne“. Überhaupt gehört das Kauen und Nagen an Holz zu den hochgeschätzten Aktionen im täglichen Eselleben.

Auch für die Tiere vom Aktivspielplatz Musberg geht das Leben erst mal wie gewohnt weiter. „Die Pferde bekommen jetzt halt ihre Winterdecke“, so Tabea Lindner, die für die Tiere verantwortlich ist: „Und wir müssen darauf achten, dass die Wasserstellen nicht zufrieren. Dann muss das Eis zerhackt werden oder noch besser: Wir füllen da frisches Wasser nach. Denn gar zu kalt mögen sie das Wasser auch nicht“. Esel gibt es dort nicht, dafür außer den Pferden noch Kaninchen, Schafe, Ziegen und eine Katze, im Ganzen etwa 15 Tiere. Und für sie alle gilt: „Denen ist es nicht so kalt wie uns“, so Lindner.

Das gilt auch für die Kaninchen, denen man am ehesten unterstellen mag, dass sie schnell frieren. Doch das stimmt überhaupt nicht: „Das derzeitige Wetter ist für die völlig unproblematisch“, so Lindner, „die haben reichlich Stroh im Stall. Und sie kuscheln sich zusammen, wärmen sich so gegenseitig. Und dann darf man nicht vergessen, dass die nun auch schon ihr Winterfell ausgebildet haben“.

Wie geht es den Tieren im Tierheim Filderstadt?

Den gewohnten Gang der Dinge geht es auch weiter für Hund und Katz im Tierheim Filderstadt. „Die Räume sind natürlich geheizt, je nach Außentemperatur mal mehr mal weniger. Ebenso wie es auch wir Menschen in unseren Wohnungen halten“, so Josefine Bohn, die erste Vorsitzende. Und doch gibt es Ausnahmen: „Wir haben derzeit einige Landschildkröten. Wie bei allen Reptilien beginnt bei ihnen jetzt die Zeit der Winterstarre. Das muss halt jetzt berücksichtigt werden“, so Bohn.

Aber da gibt es ja auch noch die Ziervögel, die zierlichen Halsbandsittiche derzeit im Tierheim. Die benötigen jetzt doch sicherlich eine Extraportion Wärme. Doch da unterschätzt man die robuste Natur dieser gefiederten Grazien. Bohn: „Die können rein und raus, wie sie wollen“. Und draußen fühlen auch die sich nach wie vor sehr wohl. „Und drinnen ist eine Infrarotlampe, wenn es dem einen oder anderen Vogel dann doch zu kalt wird“, so Bohn.