Der Getriebeaustausch bei den beiden neuen und bisher viel zu lauten Windkraftanlagen auf dem Schurwald kommt voran. Für die erste Anlage steht ein nächtlicher Probelauf kurz bevor.
Das erste der beiden defekten Getriebe im Windpark Königseiche auf dem Schurwald in der Nähe der Kreisgrenze bei Lichtenwald ist erfolgreich getauscht worden. Das meldet das zuständige Umweltschutzamt im Landratsamt Göppingen. Die Arbeiten am zweiten Windrad seien voll im Gange und sollen voraussichtlich bis Mitte August abgeschlossen sein. Ein erster Probelauf ist bereits terminiert.
So soll das bereits reparierte Windrad am Montag, 4. August erstmals zu einem Probebetrieb gestartet werden. Dieser Probelauf sei für etwa 60 Minuten geplant. Dabei soll die Funktionsfähigkeit der neu eingebauten Anlagenteile durch die Getriebespezialisten vorab überprüft werden, erklärt Jupp Jünger vom Göppinger Umweltschutzamt.
Die Anlagen stehen seit Februar still
Seitdem im Februar 2025 endgültig festgestellt wurde, dass die beiden Windkraftanlagen viel zu laut sind, stehen beide Anlagen des Windparks Königseiche still.
Eine technische Analyse des Herstellers Nordex und des Betreibers Uhl Windkraft Projektierung GmbH & Co. KG hatte ergeben, dass die Ursache in den ursprünglichen Getrieben lag. Eine Instandsetzung sei nicht möglich gewesen, deshalb erfolge nun der vollständige Austausch beider Getriebe gegen Getriebetypen eines anderen Herstellers – und das im Maschinenhaus, das in einer Höhe von rund 164 Metern liegt.
Der Lärm der Windräder muss aufhören
Sobald beide Anlagen technisch umgerüstet sind, soll der sogenannte Testbetrieb beginnen in dessen Rahmen eine Auffälligkeitsmessung durchgeführt wird. Auf diese Weise wolle man nachweisen, dass der Lärm, in der Fachsprache wird das Tonhaltigkeit genannt, beseitigt ist.
Diese Messung erfolgt laut Umweltschutzamt durch eine unabhängige Messstelle, die durch das Bundes-Immissionsschutzgesetz bekannt gegeben ist.
Die Messungen auf dem Schurwald finden nachts statt
Der Beginn des Testbetriebs ist ab dem 11. August geplant – vorausgesetzt, die meteorologischen Bedingungen mit Blick auf Windrichtung und Windstärke sind dafür geeignet. Die Auffälligkeitsmessung findet demnach in den Nachtstunden statt, um möglichst wenige Hintergrundgeräusche zu haben. Vor der nächtlichen Messung werden die neuen Getriebe tagsüber „eingelaufen“, heißt es in der Mitteilung.
Erst wenn die Auswertung der Auffälligkeitsmessung ergeben habe, dass von den Anlagen kein Lärm mehr ausgehe, könne eine Wiederinbetriebnahme der Anlagen erfolgen. Anschließend ist laut Umweltschutzamt eine vollständige schalltechnische Abnahmemessung vorgesehen.