Jetzt im Herbst ist das Risiko eines Wildunfalls groß. Foto: dpa/Hauke Dittrich - dpa/Hauke Dittrich

Fast 270.000 Mal ist im vergangenen Jahr ein Fahrzeug mit einem Wildtier kollidiert. Was Autofahrer wissen sollten.

Berlin (dpa)Im Herbst steigt die Gefahr von Wildunfällen. Autofahrer sollten also derzeit besonders auf Landstraßen aufmerksam unterwegs sein. Vor allem, wenn diese durch Wälder und entlang von Wiesen führen. Die Tiere sind häufig während der Dämmerung unterwegs – gefährlich seien etwa die Morgenstunden zwischen 6 und 8 Uhr, erklärt der Deutsche Jagdverband.

Von Oktober bis Dezember und April bis Mai ist das Risiko am höchsten. Das zeigen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Zum Jahresende hin komme es etwa zu vielen Unfällen mit Hirschen. 2018 haben die Autoversicherer um die 268.000 Wildunfälle registriert, 7.000 weniger als im Vorjahr. Auswertungen des Tierfund-Katasters des Jagdverbandes durch Wissenschaftler der Uni Kiel zeigen: Der Oktober ist der Monat, in dem im Vergleich die meisten Rehe, Hirsche und Wildschweine sterben. Das ist ein Ergebnis der Analyse von 19.800 zwischen September 2017 und August 2019 gemeldeten Wildtierunfällen.

Nicht nur für die Tiere kann ein Zusammenstoß schlimme Folgen haben. Rammt das Auto mit 60 Stundenkilometern einen Rothirsch, wirkt eine Kraft von fünf Tonnen auf die Karosserie, erklären der Automobil-Club Verkehr (ACV) und der Jagdverband. Sie haben eine Kampagne gestartet, um Wildunfälle zu vermeiden. Der wichtigste Tipp lautet dennoch: Nicht waghalsig ausweichen, wenn plötzlich ein Tier auf der Straße auftaucht. Ein Zusammenstoß sei meist nicht so gefährlich wie eine Kollision mit dem Gegenverkehr oder einem Straßenbaum, erklärt der TÜV Rheinland. Stark bremsen und das Lenkrad festhalten ist die korrekte Reaktion.

Generell gilt: Lieber etwas langsamer fahren, ausreichend Abstand halten und den Straßenrand im Blick haben. Steht in der Ferne ein Reh oder ein Wildschwein in Fahrbahnnähe, bremsen Autofahrer idealerweise ab und hupen. Fernlicht dagegen verschreckt die Tiere.

Kommt es zu einem Zusammenstoß, ruft man nach dem Sichern der Unfallstelle die Polizei. Die Beamten geben dem Forstamt Bescheid und dokumentieren das Geschehen, erläutert der TÜV Rheinland. Der Förster oder Jagdpächter kümmert sich um das Tier. Selbst sollte man es nicht anfassen. Der GDV rät, Fotos vom Unfallort, dem Tier und den Schäden am Fahrzeug zu machen. Man sollte sich vom Förster oder der Polizei eine Wildunfallbescheinigung ausstellen lassen.

Kasko-Versicherungen regulieren grundsätzlich durch Haarwild verursachte Schäden. Dazu zählen etwa Rehe, Wildschweine und Hasen. Auf die Schadenfreiheitsklasse wirkt sich ein regulierter Wildunfall laut GDV nicht aus.

www.wildunfall-vermeiden.de

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