Mit einem WLAN-Netz im Auto können sich zahlreiche Smartphones, Tablets oder auch Laptops verbinden. Foto: dpa-tmn/Christin Klose

Was zu Hause funktioniert, wünschen sich viele auch im Auto: Ordentliches Internet, am besten per WLAN. Das lässt sich machen.

Köln - Es gibt gute Gründe, um auch auf vier Rädern ordentlich mit dem Internet verbunden zu sein. Und sei es nur das Streamen von Filmen und Musik auf der Fahrt in den Urlaub. Denn Ärger und Verdruss sind programmiert, wenn das nicht ruckelfrei läuft.

Das liegt dann meist an der Art und Weise, wie das Internet ins Auto kommt und dort verteilt wird. „Grundsätzlich sind wir vom Smartphone verwöhnt“, sagt Holger Ippen von der „Auto Zeitung“. „Im Auto geht das auch, da funktioniert die Internetanbindung in der Regel mit den On-Board-Lösungen der Hersteller am besten.“

Hierbei wird eine im Auto integrierte SIM-Karte und die fahrzeugeigene Antenne genutzt. „Alle neueren Fahrzeuge verfügen heute bereits ab Werk über eine SIM-Karte für den Notruf E-Call. Da ist es dann kein großer Aufwand mehr für die Hersteller, diese Daten-Mobilfunkanbindung auch für Entertainmentangebote nutzbar zu machen“, erklärt Ippen.

Auch ein WLAN-Netz fürs Auto ist über eine weitere integrierte SIM möglich – doch nicht bei jedem Hersteller. „Der Nachteil ist hier oft, dass der Kunde den Mobilfunkanbieter meist nicht selber wählen kann und die Tarifauswahl sehr gering ist“, sagt Markus Weidner vom Telekommunikationsportal „Teltarif.de“.

Denn nur die wenigsten Hersteller setzten auf Roaming-SIMs, die sich in verschiedene Mobilfunknetze einloggen können. Und bei den meisten Systemen sei es auch nicht möglich, eine eigene SIM-Karte einzusetzen.

Eine andere Möglichkeit ist ein mobiler LTE-Hotspot. „Die funktionieren wie ein kleiner Router“, erklärt Ippen. Bestückt mit einer SIM-Karte, schaffen die Mini-Router oft bis zu 150 Mbit/s. Die hierzu erforderliche Daten-SIM ist oft günstiger als die SIM-Karten fürs Smartphone mit Telefonie- und Daten-Option. Hierbei muss der Nutzer aber mit Extra-Kabelage im Innenraum leben. Ein weiterer Nachteil sei, dass es kaum möglich ist, den Empfang zu verbessern, sagt Ippen.

Gleiches gilt auch für die Nutzung des eigenen Smartphones als Hotspot. „An die Antenne kommt man in der Regel nicht dran und kaum ein Smartphone bietet die Möglichkeit, eine externe Antenne anzuschließen“, sagt Weidner. Wer das eigene Handy als Hotspot nutzt, sollte es daher optimal positionieren. „Den besten Empfang haben Smartphones, wenn sie vorne im Bereich des Armaturenbretts, direkt unter der Winschutzscheibe platziert werden“, sagt Peter Richert, Kommunikationstechnik-Professor an der FH Münster.

Zudem kann man sich auch Technik nachrüsten lassen. „Es gibt Angebote wie eine Phonebox, in der das Smartphone aufgeladen wird und auch auf die Antenne zugreift“, so Ippen. Einige Modell hätten auch integrierte SIM-Kartenslots, sodass man hier über eine Multi-SIM einen vorhandenen Handyvertrag mitnutzt. Oder man legt eben eine Daten-SIM mit eigenem Vertrag ein. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung: die Antennen-Anbindung.

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