Von dem Wetterchaos soll der Kreis Ludwigsburg am Wochenende weitgehend verschont bleiben – das Landratsamt hat dennoch einige Hinweise für die Bürger.
Wintersturm Elli hält seit der Nacht zu Freitag Deutschland auf Trab. Chaos auf den Straßen, viele Schulen haben am Freitag gar nicht erst aufgemacht. Und zur selben Zeit im Kreis Ludwigsburg? Fast schon „frühlingshaftes“ Wetter mit bis zu sieben Grad, keine Spur von Eis und Schnee. Zum Wochenende soll sich das aber schlagartig ändern.
„Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes dürften wir hier von den schlimmsten Wettereignissen weitgehend verschont bleiben“, sagt Andreas Fritz, Sprecher des Landratsamts Ludwigsburg. Für Donnerstag und Freitag hat sich das bereits bestätigt. Besondere Vorkehrungen, die über das übliche Maß in der kalten Jahreszeit hinausgehen, gibt es daher auch fürs Wochenende nicht. Die Straßenmeistereien seien für solche Fälle bereits gut gerüstet.
Streufahrzeuge können „nicht überall zugleich sein“
„Natürlich sollten die Bürgerinnen und Bürger trotzdem sehr achtsam sein, wenn sie draußen unterwegs sind.“ Immerhin kann der rapide Temperatursturz am Wochenende zu hoher Glättegefahr führen. Zwar werden mehrere Streufahrzeuge deswegen im Einsatz sein. Bei besonders intensiven Wetterereignissen können die Ludwigsburger Straßenmeistereien sogar noch private Winterdienst-Lkw inklusive Fahrern aktivieren, erklärt Andreas Fritz. Die Menschen müssten sich trotzdem im Klaren darüber sein, dass „die Fahrzeuge nicht überall zugleich sein können“.
Jede der drei Straßenmeistereien hat etwa sechs unterschiedliche Rundstrecken pro Meisterei abzuarbeiten, die in der Regel so ausgelegt sind, dass jede Straße im Drei-Stunden-Rhythmus einmal drankommt. „Im Fall von zum Beispiel Blitzeis kann es vorkommen, dass dennoch Strecken glatt sind.“
Die Fahrzeuge rücken schon um 3 Uhr aus
Priorität haben immer die vierspurigen Bundesstraßen, danach geht es weiter mit anderen Strecken mit besonders hohem Verkehrsaufkommen. „Allerdings können auch Kreisstraßen, die günstig auf der jeweiligen Strecke liegen, früh drankommen.“ Bei der Planung und Beurteilung des Straßenzustands helfen drei eigene Wetterstationen im Landkreis, die Temperatur und Windgeschwindigkeiten messen.
Die Lastwagen rücken bei Bedarf zwischen 3 und 3.30 Uhr aus und sind mit dem gesamten Netz bis etwa 6 Uhr morgens fertig. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Straßenmeistereien stellt das vor ganz eigene Herausforderungen: „Denn sie müssen ‚normal‘ mit ihren Autos zur Straßenmeisterei kommen und haben dann das Problem, dass bei der Anfahrt nachts noch nicht gestreut ist.“
In vielen anderen Teilen von Deutschland hat das Sturmtief Elli bereits Donnerstagnacht mit voller Wucht zugeschlagen. In etlichen Städten wurde der Busverkehr deshalb vorsichtshalber eingestellt, auch viele Autofahrer waren lieber daheim geblieben, einige Straßen waren so leer wie selten. Wer nicht zu Hause bleiben konnte, hatte das Nachsehen: Mehrere Lastwagen fuhren sich in Osthessen auf den schneebedeckten Autobahnen fest und blockierten den Verkehr.
Im Kreis Ludwigsburg wird dagegen erst am Samstag bei Temperaturen um den Gefrierpunkt immer wieder etwas Schneefall erwartet. Über Nacht sollen die Temperaturen dann auf bis zu minus zehn Grad absinken. Am Sonntag beruhigt sich die Wetterlage dann – bei weiterhin eisigen Temperaturen.