Im August gab es eine Hitzewelle. Foto: Unsplash/JirasinYossri

Die Hochdruckgebiete Emil und Detlef sorgen für viel Sonne und hohe Temperaturen.

Kreis Esslingen - Der August hat sich von seiner Sonnenseite gezeigt. Genau 14,2 Stunden strahlendes Licht haben die Meteorologen der Wetterstation auf dem Stuttgarter Schnarrenberg am 6. August gemessen, den gesamten Monat waren es 233,9 Stunden. Und mit der Sonne kam auch die Hitze: Der Monat war um 3,6 Grad im Durchschnitt zu warm und liegt damit auf Platz vier seit den Aufzeichnungen 1951. Die Meteorologen haben eine Mitteltemperatur von 21,5 Grad Celcius gemessen, im Jahr 2003 lag dieser Wert bei 24,2 Grad. Das war nicht immer so: 1956 bescherte der eigentliche Sommermonat mit durchschnittlich 15,3 Grad den Anwohnern in der Region Frühlingstemperaturen. Einen Hauch von Kälte strömte am frühen Morgen des 5. August durch die Region. Mit 11,7 Grad wurde an diesem Tag die tiefste Temperatur gemessen.

Im Gegenteil dazu steht der 21. August. Vor der Corona-Pandemie und damit ohne Homeschooling hätte es an diesem Tag vermutlich Hitzefrei an allen Schulen gegeben. Das Thermometer zeigte in der Region einen Wert von 34,8 Grad an. Das war damit der heißeste Tag im August. Dafür verantwortlich war das Hoch namens Frederik, das subtropische Luft nach Baden-Württemberg brachte. Im Vergleich: Am 7. August 2005 lagen die Temperaturen bei 38,8 Grad.

Bereits zu Monatsbeginn brachte ein Hoch namens Claws aus Nordafrika Warmluft. Die Temperaturen tagsüber sorgten auch in Zeiten der Corona-Pandemie dafür, dass viele den Sprung ins kalte Wasser wagten und die örtlichen Freibäder besuchten. Das Tief, genannt Ellen, senkte die Temperaturen bereits einen Tag später. Ein kleines Manko hatte Ellen, obwohl die Temperaturen zeitweise auf 24 Grad stiegen: Der Himmel war oftmals stark bewölkt und es regnete.

Emil und Detlef, Hochdruckgebiete aus dem Balkan, sorgten ab 5. August wieder für einen strahlend blauen Himmel mit nur wenigen Quellwolken. Und nicht nur das: Es strömten warme Luftmassen in die Neckarregion, die die Thermometernadel bis knapp unter die 40 Grad-Marke schnellen ließ. Die Meteorologen konnten an diesen Tagen Höchstwerte zwischen 26 bis 35 Grad messen. Die Regenwolken schienen an diesen Tagen vollkommen verschwunden zu sein.

Das änderte sich erst wieder am 13. August mit den beiden Tiefdruckgebieten namens Heike und Ingrid. Sie waren dafür verantwortlich, dass warme, aber auch feuchte Atlantikluft in die Region strömte. Der Regenschirm musste wohl bei jedem Gang vor die Haustüre mit. Denn die Sonne ließ sich bis 18. August nur zeitwillig blicken.

Dann kam Frederik. Das Hoch brachte gemeinsam mit dem Hoch Gundmar gegen Monatsende subtropische Luft aus dem westlichen Mittelmeer. Mit der folgenden Hitzewelle kamen auch die Gewitterwolken. Die Temperaturanzeige zeigte bis 26. August sowohl 24 als auch 35 Grad an. Der schnelle Wechsel zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten zog sich bis ans Monatsende. Ab 27. August kamen die Tiefdruckgebiete mit den Namen Kirsten, Lynn und Marlis. Und mit ihnen kam der Regen und die ersten herbstlichen Temperaturen von 15 bis 23 Grad. Das Resümee der Meteorologen ist eindeutig: „Der August 2020 war viel zu warm, zu nass und überdurchschnittlich sonnig“.

Mit dem September startet der Herbst. Bevor die grauen Tage folgen, haben die Anwohner in der Region in diesem Sommer jedoch viel Sonne tanken können. Insgesamt gab es 20 Sommertage, davon zehn mit sehr hohen Temperaturen. Laut den Meteorologen vom Schnarrenberg war es der sechstwärmste Sommer. Obwohl es bereits herbstähnliche Tage gab und sich die grauen Regenwolken im August oftmals blicken ließen, war der Sommer zu trocken. Die Sonne schien insgesamt 752, 2 Stunden. Im Vergleich strahlte die Sonne im Sommer 2003 insgesamt 860,1 Stunden.