Ingeborg und Thomas Kieckhäfer (mit Hund Soey) freuen sich über die Holzbienen, die sich im toten Baum angesiedelt haben. Foto: bra

Zehn Naturgärten haben beim Wettbewerb „Hier brummt’s“ im Verwaltungsverband Plochingen-Altbach-Deizisau mitgemacht. Jetzt stehen die Sieger fest.

Sie haben gewonnen! Vor kurzem hat die Jury beim Nabu-Wettbewerb „Hier brummt’s“ im Gemeindeverwaltungsverband Plochingen-Altbach-Deizisau das Kleinod um das Haus von Ingeborg und Thomas Kieckhäfer aus Altbach und zum schönsten Naturgarten gewählt. Insgesamt besitzt das Paar rund 2200 Quadratmeter. Neben Flächen, die die beiden Gärtner in ihrer Freizeit zum Verweilen nutzen, gibt es auch viele naturbelassene Bereiche. Dort finden Pflanzen und Tiere eine Heimat.

„Wir machen relativ wenig“, verrät Thomas Kieckhäfer. An den Rändern des Grundstücks wachsen Gräser, Büsche und andere Pflanzen. Im oberen Bereich stehen alte Obstbäume – Pflaume, Kirsche, Apfel, Walnuss, Pfirsich, Birne und Mirabelle. Einen kleinen Teil des Gartens nutzen die Besitzer zum Anbau von Tomaten, Zucchini, Gurken und Beeren. Die Erde dafür kommt aus dem eigenen Kompost. „Es ist ein Kreislauf, es ist die perfekte Erde“, versichert Thomas Kieckhäfer. Für die Bewertung der Gärten hatte die Jury eine umfangreiche Liste mit Kategorien.

Holzbienen haben in einem umgestürzten Baum eine Heimat gefunden

Für die Natur sind zuweilen jene Bereiche des Gartens besonders wertvoll, die sich selbst überlassen werden. In einem umgestürzten und abgestorbenen Baum haben Holzbienen eine Heimat gefunden, hat Kieckhäfer beobachtet. Und die Insekten sind bei weitem nicht die einzigen Gäste und Bewohner des wilderen Teils des Grundstücks. Regelmäßig kommen Rehe vorbei. Es gebe ferner Fledermäuse, Eichhörnchen und viele Vögel wie Spechte, Rotkehlchen, Tauben, Meisen und Kleiber. Auch Waschbären und Marder wurden schon gesehen. Hinzu kommen viele Eidechsen, etwa Zaun-, Mauer- und knallig-grüne Smaragdeidechsen. „Die wuseln hier in Mengen herum“, sagt Kieckhäfer. Allen Tieren gemeinsam ist vor allem im Sommer, dass sie Wasser brauchen. Es gibt auch einen kleinen Zierteich und eine Vogeltränke.

Die Goldfische im Teich hat dort einst die Tochter ausgesetzt. (Symbolfoto) Foto: imago/blickwinkel

Der Zierteich sei nicht natürlich, erklärt das Gärtnerpaar. Die Goldfische habe einst die Tochter ausgesetzt. Seitdem leben die Fische dort. Amphibien haben dadurch das Nachsehen. Die Goldfische fressen den Laich. Die Natur kann manchmal grausam sein, nicht nur wenn es um den Laich geht. Einst hatten auch einige Hühner ein glückliches Leben im wilden Naturgarten der Familie – bis ein hungriger Fuchs dem Federvieh den Garaus machte. Das Raubtier hatte wohl einige Junge zu versorgen, vermuteten die Kieckhäfers. Sie haben dem Fuchs die toten Hühner überlassen. Was hätte man schon mit ihnen noch anfangen sollen, als sie bereits erlegt im Gras lagen? Neue Hühner wurden danach nicht mehr angeschafft.

Die Kieckhäfers greifen möglichst wenig ein

Die Entscheidung, den Garten möglichst naturnah zu gestalten, hat das Paar ganz bewusst getroffen. „Wir wollten einen Garten, der lebt“, betonen sie. Dafür wird weder jeder Zentimeter Rasen getrimmt noch Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Was wächst, das wächst, lautet die Devise. „Wir greifen möglichst wenig ein“, erklärt das Paar.

Dass sich etwas in der Natur verändert, das merken die Kieckhäfers auch in ihrem Garten. Früher hätten sie sehr feuchte Bereiche in ihrer Obstwiese gehabt. Diese seien inzwischen verschwunden. Der Grundwasserspiegel sinke. Das könne auch an den Bäumen beobachtet werden. Und die Artenvielfalt sinke. Umso erfreulicher ist es für die Naturfreunde, wenn doch noch Schmetterlinge, Insekten, Vögel und andere Tiere im Garten vorbeischauen.

Der Preis ist ein Einkaufsgutschein

Gewonnen haben die Kieckhäfers einen Einkaufsgutschein über hundert Euro, der ihnen am 5. Oktober auf der Energie- und Umweltmesse beim Plochinger Herbst im alten Rathaus überreicht wird.