Der Autohandel wird sich verändern. Foto: imago stock&people/imago stock&people

Der Wandel in der Automobilindustrie setzt auch Werkstätten und Autohäuser unter Druck. Wer nicht investiert, bekommt Probleme, kommentiert Erik Raidt.

Unter dem Schlagwort „Transformation“ wird seit einigen Jahren eine Debatte darüber geführt, ob deutsche Automobilhersteller wie Mercedes, Volkswagen oder BMW im Zuge des Wandels unter die Räder kommen könnten. Ein wichtiger Punkt wird in diesen Diskussionen oft zu Unrecht vergessen: Was geschieht mit Autowerkstätten und den Autohändlern, wenn Elektrifizierung und Digitalisierung den Markt verändern?

Dabei ist die Antwort auf diese Frage aus zwei Gründen von Bedeutung: Deutschlandweit stehen in den vielen kleinen und mittleren Betrieben des Kfz-Gewerbes 435 000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Eine Studie prognostiziert nun allein für Baden-Württemberg, dass bis 2040 ein knappes Drittel aller Arbeitsplätze in Werkstätten und bei Autohändlern wegfallen könnten.

Wichtig für die Zufriedenheit der Kunden

Da auch in der Produktion Arbeitsplätze wegfallen, summiert sich der Jobverlust für das industrielle Kernland im deutschen Südwesten weiter auf. Dabei stehen im Kfz-Gewerbe wichtige Arbeitsplätze auf dem Spiel – insbesondere für Schulabsolventinnen und Absolventen, die keine Hochschullaufbahn einschlagen.

Zum zweiten geht es darum, dass in einer sich wandelnden Mobilitätsgesellschaft nicht nur die Fahrzeuge und die Ladeinfrastruktur top sein müssen. Auch die Leistungen der Werkstätten und des Handels entscheiden darüber, ob Kunden zufrieden sind. Hersteller wie Mercedes oder Porsche sind darauf angewiesen, dass Autohändler kompetente Beratung anbieten und Spezialisten in den Werkstätten wissen, wie sie die immer komplexere Elektronik beherrschen.

Jetzt in die Weiterbildung investieren

Es ist der richtige Weg, dass das Land die Betriebe des Kfz-Gewerbes mit Beratungsangeboten unterstützt. Jeder Betrieb, der langfristig auf dem Markt bestehen will, muss in den nächsten Jahren seine Strategie neu ausrichten. Diese Initiativen werden jedoch nicht verhindern können, dass vor allem kleinere Betriebe aufgeben werden, weil ihnen das Kapital fehlt, um genug zu investieren. Tradition schützt nicht vor dem Wandel: Betriebe, die bestehen wollen, müssen neue Geschäftsfelder für sich erschließen.