Siegfried Limmer (links) mit den Mitarbeitern Thies Stange (Mitte) und Bastian Hartig, mit denen er nochmals durchstarten möchte Foto: Holzwarth Quelle: Unbekannt

Die Geschichte der Firma FutureE ist noch nicht zu Ende. Siegfried Limmer, einer der drei Gründer, die 2006 als Entwickler von Brennstoffzellensystemen zur Notstromversorgung begonnen hatten, hat das Unternehmen nochmals neu gegründet. Zwei Mal war das Nürtinger Start-up im vergangenen Jahr unter verschiedenen Eigentümern von Insolvenz betroffen.

Von Henrik Sauer

Rasch hatte sich das vor elf Jahren von Siegfried Limmer, Bettina Drehmann und Mark-Uwe Oßwald gegründete Unternehmen zu einem bundesweit führenden Anbieter stationärer Brennstoffzellensysteme entwickelt. Die Deutsche Telekom und E-Plus gehörten zu den Kunden, ebenso wie einige Bundesländer mit ihren Digitalfunknetzen. Auch in China und Russland wurden Aufträge an Land gezogen. Ende 2014 wurde FutureE mit dem Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg, dem Dr.-Rudolf-Eberle-Preis, ausgezeichnet.

Ebenfalls 2014 war FutureE, das bis dahin mit Wagniskapital finanziert war, von der börsennotierten Heliocentris AG in Berlin gekauft worden, einem Anbieter von Energieeffizienzlösungen. Aus FutureE Fuel Cell Solutions wurde die Heliocentris Fuel Cell Solutions. Ein durchaus gängiger Weg für ein aufstrebendes Unternehmen, sich einen potenten Investor zu suchen. „Wir standen vor der nächsten Expansionsstufe, und das war zu der Zeit die beste Option“, blickt Mark-Uwe Oßwald zurück.

Doch zwei Jahre später kam die Muttergesellschaft in finanzielle Schwierigkeiten und musste Insolvenz anmelden, von der auch das Wendlinger Tochterunternehmen betroffen war. Zunächst habe man aber noch Glück gehabt, sagt Oßwald heute. Denn der Insolvenzverwalter fand mit der Firma Odasco aus Dubai einen Käufer, der den Standort Wendlingen komplett übernahm. „Wir hatten wieder einen Investor, der unsere Vision teilte und der auch neue Kontakte in den arabischen Raum brachte“, so Oßwald. Doch bald habe sich abgezeichnet, dass der neue Investor andere Vorstellungen hatte, wie schnell sich das Geschäft tragen muss. Im August dieses Jahres meldete Odasco Heliocentris Europe, wie das Unternehmen mittlerweile hieß, ebenfalls Insolvenz an.

Trotz dieser Niederschläge hat sich Limmer nicht unterkriegen lassen. Der 46-Jährige war bei FutureE verantwortlich für die Entwicklung der Brennstoffzellensysteme. „Das ist mein Baby, das möchte ich nicht untergehen lassen.“ Limmer hat das Unternehmen unter dem Namen FutureE, ohne den Zusatz Fuel Cell Solutions, neu gegründet. Zusammen mit drei ehemaligen Mitarbeitern betreut er die Bestandskunden und macht Service für die laufenden Systeme. Momentan ist er dabei, sich am bisherigen Standort in Wendlingen in der Bahnhofstraße wieder anzusiedeln. Die Vermögenswerte des Standorts Wendlingen hat aus der Insolvenz heraus die Firma Adkor übernommen, ein technischer Dienstleister für Mobilfunkanbieter aus Wildau bei Berlin, der mit FutureE bereits früher zusammengearbeitet hat.

FutureE hatte mit seinem Brennstoffzellensystem nach eigenen Angaben bundesweit einen Marktanteil von 70 Prozent erreicht. Die Brennstoffzelle ist eine umweltfreundliche Alternative zu Diesel-Generatoren oder Batterien. Durch den modularen Aufbau des FutureE-Systems kann die Leistung flexibel angepasst werden. Dass es trotz dieser guten Ausgangsbasis so schwierig war, profitabel zu werden, liegt laut Limmer und Oßwald daran, dass zum einen die Stückzahlen relativ klein seien und zum anderen es beim Vertrieb einen langen Atem brauche. Im Bereich der kritischen Infrastruktur daure es mitunter lange, bis Investitionsentscheidungen getroffen würden.

Limmer will nun mit einem Minimum an Mitarbeitern versuchen zu erreichen, dass sich das Unternehmen selbst trägt. Zu Hochzeiten waren bei FutureE um die 35 Personen beschäftigt gewesen.

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