Rebecca Geigers Job ist es, beim Ankommen zu helfen: In Waiblingen berät sie internationale Fachkräfte und regionale Arbeitgeber kostenlos zu Fragen rund um Integration.
Wie finde ich eine Wohnung? Wo kann ich Deutsch lernen? Wie beantrage ich eine Aufenthaltserlaubnis? Wer aus dem Ausland nach Deutschland zieht, um zu arbeiten oder zu studieren, hat viele Fragen und muss so manche Hürde meistern. Aber auch Firmen, die ausländische Beschäftigte suchen, brauchen Ratgeber, die Tipps parat haben, wie man Mitarbeitende im Ausland gewinnen kann, was bei Visumverfahren zu beachten ist oder wie Integration gelingt.
Eine der Lotsen, die durch den Paragrafendschungel helfen, ist Rebecca Geiger. Sie kommt regelmäßig nach Waiblingen (Rems-Murr-Kreis), wo sie im Rahmen des Welcome Service Region Stuttgart eine kostenlose Sprechstunde für Ratsuchende im Landkreis anbietet. Dass die Beratung in den Räumen der Volkshochschule Unteres Remstal in Waiblingen stattfindet, macht nach Ansicht der VHS-Leiterin Stefanie Köhler Sinn: „Der Fachbereich Integration ist unser größtes Betätigungsfeld. Insofern passt die regionale Sprechstunde perfekt zu uns und dockt an unser Programm an.“
Das Angebot des Welcome Center Stuttgart mit Sprechstunden in der Region sei mittlerweile eine feste Institution, sagte der Kreiswirtschaftsförderer Timo John nun bei einer Feier zum zehnjährigen Bestehen. Es biete Hilfestellung und Orientierung für Fachkräfte aus dem Ausland und kleine und mittlere Unternehmen. Dass die Hilfe gerne in Anspruch genommen wird, beweisen die Zahlen, die Verena Andrei nannte: In den vergangenen zehn Jahren gab es mehr als 40.000 Beratungen. „Das zeigt, dass wir viel Migration in die Region haben“, sagte die Leiterin des Welcome Center Stuttgart.
Viele Ukrainer kommen ins Welcome Center Stuttgart
Das Welcome Center arbeite eng mit Kommunen und deren Integrationsbeauftragten, aber auch sozialen und kirchlichen Trägern wie der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Caritas sowie mit der Arbeitsagentur, dem Jobcenter und der Industrie- und Handelskammer (IHK) zusammen. „Ankommen ist ein längerer Prozess. Wenn die Menschen mal hier sind, wollen wir, dass sie hier bleiben“, sagt Andrei im Hinblick auf den Fachkräftemangel. In der Anfangszeit nutzten überwiegend Menschen aus europäischen Ländern das Angebot, später kamen viele Ratsuchende aus Syrien und Nordafrika in die Sprechstunde. Aktuell kommen besonders viele Menschen aus der Ukraine zur Beratung.
Anerkennung ausländischer Abschlüsse oft schwierig
In der Sprechstunde in Waiblingen liegen laut Rebecca Geiger derzeit die Klienten aus Syrien und der Ukraine auf den ersten beiden Plätzen, gefolgt von den Herkunftsländern Italien, Brasilien und Iran. „Die Themen sind breit gefächert, es geht aber häufig um die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen.“ Die nächsten Sprechstunden in Waiblingen sind am 4. Februar, 11. März, 15. April und 20. Mai 2026. Anmelden kann man sich per E-Mail an rebecca.geiger@region-stuttgart.de oder telefonisch unter 0162/2152730.
Hilfsangebote wie die regionale Sprechstunde seien auch für Arbeitgeber wichtig, sagt Reinhold Hauck. Vor rund fünf Jahren hat er die Pinoy Pflege GmbH in Fellbach gegründet – einen Pflegedienst, der ambulante Pflege auch in Form von außerklinischer Intensivpflege für besonders schwer Erkrankte anbietet, die zu Hause wohnen wollen. Reinhold Hauck setzt dabei auf Beschäftigte von den Philippinen, was so manche Frage mit sich bringt. Derzeit bildet seine Firma zehn angehende Pflegefachfrauen und -männer aus, eine davon ist Hannah Bajao. Sie ist ursprünglich im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) nach Fellbach gekommen und spricht inzwischen gut Deutsch. „Gerade in der Pflege ist Sprache extrem wichtig“, sagt Reinhold Hauck.