Das neue Vorstandsteam: Ulrich Höschle, Albrecht Nissler und Johannes Laxander (von links) in der Schlosskapelle Foto: Kaier - Kaier

Das vorläufige Aus für den Köngener Jazzclub hat viele schockiert. Jetzt beleben Johannes Laxander, Ulrich Höschle und Albrecht Nissler den 17 Jahre alten Club neu.

Köngen Die Nachricht, dass der Jazzclub Schloss Köngen aufhört, hat viele Jazzfanss in der ganzen Region wie ein Schlag getroffen. Jetzt hat der Köngener Johannes Laxander ein neues Vorstandsteam um sich geschart. Mit dem Nellinger Ulrich Höschle und dem Wolfschlugener Musiklehrer und Bandleader Albrecht Nissler hat er zwei Mitstreiter gefunden, die den weit über die Grenzen Köngens hinaus bekannten Jazzclub ab Januar am Leben erhalten. „Wir müssen uns noch zusammenfinden, aber der Anfang war schon richtig gut“, freut sich Laxander über seine engagierten Vorstandskollegen. Bis zum Jahresende gestaltet noch das alte Team das Programm.

Nachdem die langjährigen Vereinschefs Gerhard Götz und Siegfried Essig verkündet hatten, dass sie aufhören wollen und kein Nachwuchs in Sicht sei, stand der Verein vor dem Aus. Die Jazzmusiker Gerhard Götz und Rolf Martin hatten ihn vor 17 Jahren gegründet, um die Schlosskapelle zu beleben. „Nach dem Aus bin ich in der Mitgliederversammlung aufgestanden und habe gesagt, dass der Verein gerettet werden muss“, sagt Johannes Laxander. Er hatte sich bisher um die Website des Vereins gekümmert. Dann suchte er nach Verstärkung. Ulrich Höschle, der jetzt das Amt des Stellvertreters inne hat, erfuhr von dem drohenden Ende des Jazzclubs aus der Zeitung. Er meldete sich ebenso beim Verein wie Albrecht Nissler.

Der 64-jährige Pädagoge leitete 35 Jahre lang die Jazzband des Theodor-Heuss-Gymnasiums Esslingen. Er ist bestens in der Jazzszene vernetzt. Nissler wird für das künstlerische Konzept verantwortlich sein, seine Frau Renate macht bei den Thekendiensten mit. Für den Bandleader ist es ein Glücksfall, nun das Programm zu gestalten und Vertragsverhandlungen zu führen. Nachdem er in Pension gegangen war, gab er die Funktion als Bandleader am THG auf. „Ein halbes Jahr lang war ich in Sachen Jazz arbeitslos, aber das war mir schon zu viel“, sagt der Jazz-Kenner. Nun ist Nissler glücklich, dass er sein Wissen im Verein einbringen darf.

Als selbstständiger Berater und Coach ist Ulrich Höschle viel unterwegs. 35 Jahre lang leitete er die „Festo-Academy“. Warum engagiert sich der Nellinger nun für den Jazzclub? „Mir ist so viel Gutes im Leben passiert, ich durfte ein Studium absolvieren und habe einen guten Beruf.“ Er wolle der Gesellschaft ein Stück von dem zurückgeben, was er bekommen hat. Ein Mal pro Woche geht er in einen Kindergarten und liest vor. Außerdem hat er in Ostfildern die Reparaturwerkstatt gegründet. Höschle ist es wichtig, dass die Verantwortung im Verein auf mehrere Schultern verteilt wird. Das sieht auch Johannes Laxander so, der sich auf die Aufgabe als Vorsitzender freut. Als selbstständiger Webmanager ist auch er noch berufstätig.

„Wichtig ist uns, dass wir junge Leute für den Jazz begeistern“, findet Laxander. Da sei es eine riesige Chance, dass Albrecht Nissler schon immer „die junge Generation für unsere eher traditionelle Musik begeistert hat“. Der umtriebige Pädagoge schafft es, junge Menschen für Jazz und Swing zu begeistern. Thomas Matrohs, inzwischen Bürgermeister von Deizisau, hat bei ihm in der Band als Trompeter angefangen. Mit seiner „Muppets Big Band“ pflegt er in Köngen den Swing. Bei der Programmauswahl will Nissler auf modernere Klänge setzen. „Die Grenze ist bei mir allerdings mit atonaler Musik erreicht.“ Er wolle das Publikum fordern, aber nicht überfordern. Er freut sich darauf, auch jüngere Bands und ungewöhnlichere Stile zu präsentieren. „Wir müssen auch auf Facebook und in anderen sozialen Medien präsent sein“, sagt Laxander. Da sieht er beim Jazzclub bisher Defizite. Nissler weiß, dass gerade Jugendliche diese Kanäle nutzen. Um sie zu erreichen, tüftelt das Team an einem neuen Konzept. Neu in der Vereinsspitze sind noch Gabriele Buck und Bernd Husermann.

Eine der wichtigen Aufgaben wird es nach Nisslers Worten sein, „die Weichen für die Zukunft des Vereins rechtzeitig zu stellen und jüngere Leute in die Verantwortung zu nehmen.“ Er hofft, dass sich aus dem Kreis seiner ehemaligen Schüler weitere Jazzbegeisterte finden, die das Programm für den Jazzclub mit gestalten. „Jeder ist willkommen“, stellt der Kunstlehrer klar. Johannes Laxander hofft, dass das scheidende Vorstandsteam um Gerhard Götz und Rolf Martin dem Jazzclub weiter die Treue hält – sei es durch gelegentliche Auftritte mit der Hausband oder Tipps bei der Organisation und Programmgestaltung. „Sie haben so viel dafür getan, den Jazzclub zu dem zu machen, was er ist“, sagt der neue Vorsitzende. Auf dieser Kontinuität will die neue Spitze aufbauen.

www.jazz-club-schlosskoengen.de

Programm bis Jahresende

Am Freitag, 28. September, um 20 Uhr gibt es Boogie and Blues mit The Mojo Six in der Schlosskapelle. Al Cat and The Roaring Tigers“ kommen am Freitag, 26. Oktober. Am Freitag, 23. November, sind die Landesjazzpreisträger 2018 zu Gast: „Alexander Bühl Sextett plays Music of George Gershwin“. Mit der Old Fashion Jazz Band geht die Saison am Freitag, 14. Dezember, zu Ende. Ab Januar gestaltet das neue Team das Programm.

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