Beim traditionellen Fackelumzug sind im Rahmen des Weihnachtsmarkts Hunderte zur Esslinger Burg gepilgert, um die längste Nacht des Jahres zu feiern.
Wenige Tage vor der Wintersonnenwende haben hunderte Menschen in Esslingen die längste Nacht des Jahres vorgefeiert. Beim traditionellen Fackelumzug wurden viele Gäste erwartet, die tatsächliche Anzahl der Besucherinnen und Besucher dürfte jegliche Erwartungen übertroffen haben.
Jedes Jahr findet im Rahmen des Esslinger Mittelalter- und Weihnachtsmarkts der Fackelumzug statt. Dabei treffen sich die Fackelträgerinnen und -träger auf dem Rathausplatz und pilgern anschließend gemeinsam über die Burgsteige zum Innenhof der Esslinger Burg, wo ein großer Holzstoß entflammt wird. Seit 2006 findet der Umzug in der Zeit um die Wintersonnenwende am 21.12. statt.
Mehr als 500 Teilnehmende beim Esslinger Fackelumzug
Als um 20 Uhr der Verkauf der Fackeln begann, sammelte sich schnell eine Menschenmenge um die Bühne auf den Rathausplatz. Kein Wunder, denn der Mittelalter- und Weihnachtsmarkt ist an diesem Abend sehr gut besucht. Zwanzig Minuten später wurde zum Unmut der noch anstehenden Menschen verkündet, dass alle 500 vorbereiteten Fackeln bereits ausverkauft seien. Am Umzug teilgenommen haben später mindestens doppelt so viele Personen. „Es läuft gut“, sagt Veranstaltungsleiterin Petra Pfeiffer von der Esslingen Markt und Event GmbH (EME). Sie hätten zwar manche Mitlaufende enttäuschen müssen, da sie keine Fackeln mehr rausgeben konnten, doch: „Das ist eben einfach die Brandschutzauflage.“
Die Enttäuschung hielt aber nicht lange. Pünktlich um 20.30 setzte der Umzug sich in Bewegung. Langsam bewegte sich ein Meer aus Flammen die Burgsteige hinauf. Mit dabei waren unter anderem Kinder, die vorsichtig ihre Fackel balancierten, Freundesgruppen, die fleißig Selfies machten, und auch viele Menschen, die auf der Burgsteige innehielten, um den Anblick auf die funkelnde Stadt zu genießen.
Esslinger Weihnachtsmarkt ist international bekannt
Auf der Burg wurden die Fackelträgerinnen und -träger von der 12-köpfigen Gruppe Saboi aus Südfrankreich begrüßt. Zu mittelalterlichen Melodien gab es erst eine Vorführung mit Feuertänzern. Später, nachdem die Tänzer den Holzstoß angezündet hatten, griffen sie sich Zuschauerinnen und Zuschauer aus dem Publikum und tanzten gemeinsam um das Feuer.
Noch bis zum Montag, 22.Dezember, ist der Esslinger Mittelalter- und Weihnachtsmarkt geöffnet. Der Markt ist weit über die Esslinger Stadtgrenzen bekannt. Die britische Times, zum Beispiel, hat den Weihnachtsmarkt zum wiederholten Mal in die Liste der 29 besten Weihnachtsmärkte Europas aufgenommen – neben Städten wie Brüssel, Wien und Prag. „Das authentische Ambiente, die lebendige Darstellung mittelalterlichen Handwerks und die zahlreichen Mitmachangebote machen den Markt zu einem echten Publikumsmagneten“, sagt das Esslinger Stadtmarketing dazu.