Die Gastroszene im Kreis ist im Weihnachtsfieber – zwei Lokale in Weinstadt-Großheppach und in Fellbach-Schmiden fallen dabei besonders ins Auge.
Wer derzeit durch Weinstadt-Großheppach fährt, staunt nicht schlecht: Dort gleicht ein Gebäude einem echten Weihnachts-Vergnügungspark. Auf dem Dach steht ein gigantisches, leuchtendes Rentier, daneben sitzt ein Schneemann, der freundlich den Hut zieht. Die ganze Hausfront ist mit unzähligen Lichtern und Figuren verziert – und selbst am Nebengebäude geht es weiter. Dort klettern lauter Nikoläuse die Fassade hoch, am Boden prostet sich ein überlebensgroßes Weihnachtsmann-und-Weihnachtsfrau-Pärchen zu. Aus einem Lautsprecher klingen Weihnachtslieder.
Bei dem derart dekorierten rot-weißen Fachwerkhaus handelt es sich um das „Wirtschäftle Zur Rose“, das seit 90 Jahren von der Familie Weller betrieben wird. „Das mit der Weihnachtsdekoration machen wir seit etwa zehn Jahren“, erzählt Toni Weller, die das Lokal zusammen mit ihrem Mann Günter leitet. Ursprünglich habe die Wirtsfamilie damit angefangen, um den Kindern eine Freude zu machen. „Dann kam jedes Jahr etwas dazu“, sagt sie und lacht.
Weihnachtszauber in der Rose Großheppach
Die Rose Großheppach ist eigentlich vor allem für ihre Brathähnchen bekannt. Ob zur Adventszeit wegen der leuchtenden und blinkenden Deko mehr Gäste ins Lokal kommen als sonst, weiß Weller nicht. „Vielleicht ist es manchen ja auch zu viel, und sie bleiben deswegen weg“, sagt sie. „Aber wir machen es aus ganzem Herzen – es ist so schön, wenn wir die Kinder hören, wenn sie draußen vorbeilaufen und sich darüber freuen.“
Besonderen Schub in Sachen Weihnachtsdeko gab es in der Coronazeit. „Damals haben wir uns gesagt: Jetzt erst recht!“, sagt Toni Weller. Meist beginnen die Vorbereitungen zur Dekoration schon Mitte November. Inzwischen braucht es mindestens drei volle Tage, bis die Dekorationen alle angebracht sind. Zumal das Gaststättle nicht nur außen blinkt und leuchtet: „Innen haben wir natürlich auch dekoriert.“
Italienisch angehauchter Weihnachtsmarkt bei Pizza Mario in Schmiden
Ein paar Kilometer weiter, in Fellbach-Schmiden, tummeln sich die Besucher unter dem Vordach von „Pizza & Eiscafé Mario“. Auch hier herrscht Lichterglanz – wenn auch in kleinerem Maßstab als in Großheppach. Aber der Gastrobetrieb hat sein eigenes Event ins Leben gerufen, das erstaunlich gut ankommt.
Auf dem „Mercatino di Navale“, dem Weihnachtsmarkt, gibt es Rote und Bratwürste sowie italienische Salsiccia vom Grill, dazu Glühwein, Punsch und Co. „Die Schmidener warten immer schon richtig auf unseren Weihnachtsmarkt“, erzählt der Inhaber Mario Guiliano, dessen Gesicht auch das Logo der Pizzeria ziert.
Die Idee zum Weihnachtsmarkt entstand im Jahr 2020 – und inzwischen ist die Familie froh, damals trotz der Corona-Maßnahmen damit angefangen zu haben. „Das Eiscafé und die Pizzeria machen im Winter zwei Monate lang zu“, erklärt Juniorchefin Angelina. Daher kam die Idee auf, in der Adventszeit einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Die Familie richtet den Gastraum mit Christbaum, viel Deko und sogar einer Krippe mit alten Holzfiguren her.
Die Stimmung ist gut, Nico Giuliano hat hinter dem Grill alle Hände voll zu tun. Der „Mercatino di Natale“ ist immer dienstags bis samstags von 17 bis 21 Uhr geöffnet – „und immer samstags gibt es italienische Livemusik“, verspricht Mario. Wer das erleben will, sollte sich sputen: Der italienisch angehauchte Weihnachtsmarkt findet am 20. Dezember zum letzten Mal in diesem Jahr statt.