Russische Soldaten geschlossen bei einer Militärparade – jetzt musste sich ein Gericht mit einem schlimmen Fall innerhalb der eigenen Reihen beschäftigen. (Archivbild) Foto: dpa/Pavel Golovkin

Weil sie ihn schikaniert haben sollen, soll er acht Kameraden erschossen haben, gestand ein russischer Soldat bei einem Militärgerichtsprozess. Jetzt soll er 24 Jahre in Haft – den angehörigen der Opfer ist das zu wenig.

Tschita - Die russische Justiz hat einen Soldaten wegen der Tötung von acht Kameraden zu einer Haftstrafe von 24 Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der auf einer Militärbasis in Sibirien seinen Wehrdienst ableistende junge Mann wurde wegen der Tat vom Oktober 2019 zudem zu Entschädigungszahlungen in Höhe von 9,8 Millionen Rubel (109.000 Euro) verurteilt, wie ein Militärgericht im ostrussischen Tschita am Donnerstag mitteilte. Die Haftstrafe soll demnach unter verschärften Bedingungen erfolgen.

Der zum Tatzeitpunkt 19-jährige Soldat hatte das Feuer auf Kameraden eröffnet und acht von ihnen getötet. Zwei weitere Soldaten wurden durch die Schüsse verletzt. Er begründete die Tat wenig später mit den Schikanen in der Armee. Nach Angaben des Juristen Alexej Latinin, der den Prozess beobachtete, wollen die Familien der Getöteten Revision gegen das Urteil einlegen und eine strengere Strafe fordern.

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