Viele Lkw-Fahrer müssen über Weihnachten im Stau ausharren. Foto: dpa/Aaron Chown

Weihnachten auf der Autobahn: Für Tausende Lastwagen-Fahrer hat so in Südostengland der Heiligabend begonnen. Seit Tagen stauen sich die Laster vor der Grenze. Bei vielen Fahrern liegen vor den Feiertagen die Nerven blank.

Dover - Die Grenze ist wieder offen, aber ein Ende des Staus ist noch lange nicht in Sicht: Wegen der in Großbritannien neu entdeckten Coronavirus-Variante haben Tausende Lastwagen-Fahrer vor dem Ärmelkanal auch am Heiligabend noch im kilometerlangen Stau ausharren müssen. „Wir haben uns geeinigt, dass die britisch-französische Grenze am Eurotunnel, Dover und Calais über Weihnachten offen bleiben soll, damit Lastwagenfahrer und Bürger so bald wie möglich nach Hause zurückkehren können“, schrieb der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstag auf Twitter. Sein französischer Kollege Jean-Baptiste Djebbari bestätigte die Einigung.

Frankreich hatte wegen der raschen Ausbreitung der neuen und möglicherweise besonders ansteckenden Corona-Variante in Großbritannien die Grenzen geschlossen und erst in der Nacht zum Mittwoch wieder geöffnet.

EU-Verkehrskommissarin Adina Valean gab Frankreich die Schuld an dem Lastwagen-Chaos in Südostengland. „Ich verurteile, dass sich Frankreich gegen unsere Empfehlungen gerichtet und uns wieder in die Situation gebracht hat, in der wir im März waren, als die Lieferketten unterbrochen waren“, twitterte Valean in der Nacht zum Donnerstag. Die Kommissarin rief die EU-Mitgliedstaaten auf, Ruhezeiten zu lockern und Feiertags-Fahrverbote aufzuheben, damit die Fahrer auch an den Weihnachtstagen zu ihren Familien zurückkehren können. Etliche von ihnen hatten bereits mehrere Tage im Stau verbracht, die Nerven lagen blank - teilweise kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

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