Weil die geplanten Kosten für eine Pumptrackanlage auf der alten Autobahntrasse in Leonberg ums Doppelte angestiegen sind, hat der Gemeinderat eine Entscheidung dazu vertragt. Zeitsensibel ist das Thema trotzdem – sonst ist eine Förderung in Gefahr.
Es war den Gemeinderäten dann doch etwas zu teuer: Im Zuge der Neugestaltung der alten Autobahntrasse als Grün- und Freizeitfläche plant die Stadt Leonberg schon seit längerem eine sogenannte Pumptrackanlage, die im südlichen Teil der Trasse entstehen sollen. Ein Budget samt Ideenskizze wurden schon 2022 genehmigt, Kostenvoranschlag damals: 200 000 Euro.
Inzwischen ist klar, dass die Pumptrackanlage wohl deutlich mehr kosten wird. Das liegt laut Stadtverwaltung besonders daran, dass die Größe der asphaltierten Fläche verdoppelt werden muss. Ums Doppelte steigen damit auch die Kosten, auf 410 000 Euro schätzt man diese inzwischen. Ein Pumptrack-Fachplaner habe die vorliegende Skizze überprüft, heißt es vonseiten der Verwaltung. Daraus habe sich die Notwendigkeit für eine Anpassung der Fläche ergeben.
In Rutesheim ist man mit Anlage zufrieden
Im Planungsausschuss der Stadt Leonberg hatte die Kostensteigerung bereits vergangene Wochenende einige Augenbrauen in die Höhe schnellen lassen. Der Verwaltung hatten die Stadträte mit auf den Weg gegeben, in der Gemeinderatssitzung günstigere Alternativen aufzuzeigen. Vergleiche zu Pumptrackanlagen aus der Region hatte Baubürgermeister Klaus Brenner in diese Sitzung dann auch mitgebracht. Ein wirklich passendes, gutes Vorbild für eine günstigere Planung scheint man aber nicht gefunden zu haben: In Heimsheim etwa hatte man für weniger Geld mobile Pumptrackelemente installiert, die Fläche war aber bereits asphaltiert. „Klar, dass das für 80 000 Euro realisierbar ist“, so Brenner.
Der Blick der Stadträte richtete sich auch gen Rutesheim: Dort gibt es seit einigen Jahren einen Pumptrack etwas geringerer Größe, Kostenpunkt 140 000 Euro. Dass sich dieses Investment wohl gelohnt hat, wird bei Nachfrage unserer Zeitung bei der Rutesheimer Bürgermeisterin Susanne Widmaier klar: „Unsere Pumptrackbahn wird sehr gut angenommen“, sagt sie. „Und zwar sowohl von Familien mit kleineren Kindern wie auch von Jugendlichen. Es ist eigentlich immer was los dort und wir haben die Umsetzung dieses Wunsches aus der jungen Bevölkerung nie bereut.“
Irgendwann ist die Förderung weg
In Leonberg will man nun noch einmal eine Extrarunde durch den Gemeinderat drehen – die Stadträte hatten in der jüngsten Sitzung des Gremiums eine Entscheidung zum Pumptrack vertagt. Geprüft werden sollen einige Alternativvorschläge der Stadträte, etwa die Möglichkeit, nur einen Teil des Tracks zu teeren und einen anderen so zu gestalten, dass Jugendliche die Hügel mit Lehm und Erde selbst modellieren können. Wichtig, so ließen einige Stadträte durchblicken, ist dem Gremium derweil auch, dass durch die Planungen zur Pumptrackanlage das Einrichten einer Skaterbahn nicht weiter verzögert wird. Denn die ist schon länger im Gespräch.
Im Mai soll das Thema nun noch einmal auf die Tagesordnung des Gemeinderats, Klaus Brenner will bis dahin Einsparpotenziale prüfen. „Es sind sicherlich Einsparungen möglich“, sagt er. „Aber ich denke nicht, dass das Einsparungen von 100 000 Euro sind.“ Allzu lange sollte man mit einer Entscheidung aber nicht mehr warten, mahnte der Baubürgermeister an. Denn der Verband Region Stuttgart will das Projekt mit rund 50 000 Euro fördern. Ein Bescheid liegt seit 2022 vor und wurde schon einmal verlängert. Diese Förderung wollen Verwaltung und Gemeinderat wohl ungern verlieren.