Wer wie Ernährungswissenschaftler Peter Grimm viel Obst und Gemüse isst, tut seinem Körper Gutes. Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

Sich richtig zu ernähren erscheint oftmals schwierig. Ernährungswissenschaftler Peter Grimm erklärt, worauf es bei gesunder Ernährung ankommt.

Esslingen Beim Wochenendeinkauf im Supermarkt kann Peter Grimm seine Profession einfach nicht verleugnen. Schaut er in die Einkaufswagen der anderen Kunden, sieht der Ernährungswissenschaftler, dass sich viele – aller Beteuerungen zum Trotz – „leider nach wie vor sehr einseitig ernähren“. Natürlich füllen auch labberiges Toastbrot und Scheiblettenkäse, Fertigprodukte, Chips oder Schokoriegel den Magen. „Aber derartige Nahrungsmittel sind nährstoffarm und somit der Gesundheit nicht förderlich“, sagt der Geschäftsführer. Gesunde Ernährung zeichne sich durch Vielseitigkeit aus, erklärt der Ernährungswissenschaftler und verweist auf die Ernährungspyramide, die die DGE entwickelt hat. Die zeigt, woran man beim Essen sparen sollte und wo man aus dem Vollen schöpfen kann. „Man kann durchaus mal einen Leberkäswecken essen“, erklärt der Experte. „Entscheidend ist immer die Summe.“

Fett: Mit Fett sollte man sparsam umgehen. „Problematisch sind vor allem die gesättigten Fettsäuren“, erklärt Peter Grimm. Die stecken unter anderem in Fertigprodukten, Fast Food sowie in Chips und anderen salzigen Snacks. Zur Sparsamkeit rät der Ernährungswissenschaftler auch bei Streichfetten. „In kleinen Mengen ist Butter okay, aber Gemüse sollte nicht in Butter schwimmen.“ Margarine sollte ebenfalls nicht allzu dick aufs Brot geschmiert werden. Pflanzliche Öle, vor allem Olivenöl, wirken sich hingegen positiv auf die Gesundheit aus.

Süßes: Zusammen mit Fetten stehen Süßigkeiten an der Spitze der Ernährungspyramide. „Gelegentlich mal ein Stückchen Schokolade fällt aber nicht ins Gewicht“, beruhigt Peter Grimm. Neben all den süßen Verführern, die die Regale der Supermärkte füllen, sind gesüßte Getränke problematisch. Wer täglich einen Liter Süßgetränke konsumiert, tut seinem Körper nichts Gutes. „Sie werden für die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen mit verantwortlich gemacht.“ Auch Schorle sollte nur in Maßen getrunken werden und nicht vornehmlich aus Saft bestehen. „Ich rate zu maximal einem Drittel Saft und zwei Drittel Wasser“, erklärt der DGE-Geschäftsführer, für den Wasser das Getränk der Wahl ist – und zwar mindestens eineinhalb Liter am Tag.

Fleisch: Wie bei Fisch und Eiern rät die DGE, nur ein Mal in der Woche Fleisch zu essen. „Wenn man Fleisch isst, sollte man das lediglich aus geschmacklichen Gründen tun.“ Vorsicht ist bei rotem Fleisch geboten. „Wir wissen, dass epidemiologisch betrachtet verarbeitetes, rotes Fleisch für die Entstehung von Darmkrebs mitverantwortlich ist.“ Deshalb rät der Ernährungswissenschaftler, rotes Fleisch zu minimieren. Wer sich ansonsten abwechslungsreich ernährt, könne aber auch getrost komplett auf Fleisch verzichten.

Milch: Milchprodukte kann man täglich essen und trinken. Doch sollte man sie pur genießen und die gesüßten Produkte lieber im Kühlregal stehen lassen.

Getreide: Müsli gilt als gesund. Der Experte rät, genau hinzuschauen: „Vieles, was angeboten wird, ist völlig überzuckert. Ein Müsli mit Schokostücken, ist kein Müsli, sondern ein süßer Snack.“ Gesund sei hingegen eine Mischung aus Getreideflocken, ein paar Nüssen und wenigen Trockenfrüchten. Zwar kann man mehrmals am Tag zu Lebensmitteln aus Getreide greifen. „Es sollten aber auf jeden Fall Vollkornprodukte sein“, sagt Peter Grimm. „Denn die haben Ballaststoffe, die präventiv gegen Darmkrebs wirken.“ Auch bei Nudeln oder Reis, „ist es erstrebenswert, auf Vollkornprodukte zurückzugreifen“.

Gemüse: Bei Obst und Gemüse muss sich niemand zurückhalten. Die DGE empfiehlt fünf Portionen am Tag – drei Mal Gemüse und zwei Mal Obst. Sich nur noch von Salat oder Gemüse zu ernähren, sei allerdings keine Lösung. „Für kurze Zeit ist das okay, auf längere Sicht bekommt der Körper aber nicht alles, was er braucht“, erläutert Peter Grimm. Deshalb sieht er die vegane Ernährung kritisch. „Um sich vegan zu ernähren, muss man sich sehr gut auskennen und sich sehr viel mit Ernährung beschäftigen. Und bei Kindern führt vegane Kost zu Mangelernährung und Schädigungen.“

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