Malta ist nicht nur wegen des mediterranen Flairs für deutsche Unternehmen ein reizvoller Standort. (Bildquelle: antheah @ pixabay.com) Quelle: Unbekannt

in eigenes Unternehmen zu haben ist für viele ein reizvoller Gedanke. An neuen Ideen tüfteln, sie in die Tat umsetzen und sehen, wie das Geschäft floriert - und sich das Bankkonto füllt. Doch je erfolgreicher eine Firma ist, desto mehr verdient auch der Staat daran und nach Abzug der Steuern bleibt oft nur noch die Hälfte vom Gewinn übrig. Ärgerlich, aber nicht zu ändern. Wirklich?

Das vereinte Europa bietet einige Möglichkeiten, legal Steuern zu sparen. Ein Unternehmen in Malta zu gründen ist eine davon. In dem Inselstaat im Mittelmeer wohnen rund 450.000 Menschen. Gutes Wetter das ganze Jahr über und eine wirtschaftsfreundliche Politik locken auch viele Deutsche hierher.

Malta ist zudem neben Gibraltar attraktiv für alle, die ein Online Casino betreiben wollen. In Deutschland ist es unmöglich, dafür eine Lizenz zu bekommen. Anders in Malta. Die Malta Gaming Authority vergibt Glücksspiellizenzen, die dann europaweit gültig sind. Und weil die Amtssprache Englisch ist, findet man hier auch geeignete Mitarbeiter für Kundendienst und Programmierung. Daher verwundert es nicht, dass ein nicht unerheblicher Teil aller neu gegründeten Online-Casinos, inzwischen in Malta ansässig ist.

Die maltesische Limited

Doch bis es soweit ist, sind für die Unternehmensregistrierung einige Schritte notwendig. Die meisten Gründer entscheiden sich für eine Limited. Dabei handelt es sich um eine Kapitalgesellschaft, die ihren Ursprung in Großbritannien hat. Man kann sie sich wie eine deutsche UG vorstellen, also eine GmbH mit Haftungsbeschränkung.

Für die Gründung einer Limited in Malta sind eine Satzung und ein Gesellschaftsvertrag notwendig. Dafür kann und sollte man sich einen lokalen Wirtschaftsprüfer oder Anwalt zu Hilfe nehmen. Darin wird auch das Startkapital festgelegt. Die (mindestens) 1.200 Euro müssen jedoch nicht in voller Höhe bei einer Bank eingezahlt werden, sondern nur 20 Prozent. Dennoch: Ein Bankkonto, das auf den Namen des Unternehmens läuft, ist ebenfalls erforderlich.

Viele Registrierungen notwendig

Für die Einzahlung wird von der Bank eine Quittung ausgestellt, die anschließend zusammen mit dem ausgefüllten Unternehmensregistrierungsformular, dem Gesellschaftsvertrag und der Satzung der maltesischen Finanzaufsichtsbehörde vorgelegt wird. Die Registrierung kostet Geld (abhängig von der Unternehmensgröße) und dauert wenige Tage.

Im nächsten Schritt muss eine Gewerbeberechtigung beantragt werden. Je nach Art der Firma sind Lizenzen notwendig. Das betrifft nicht nur das bereits erwähnte Glücksspiel, sondern beispielsweise auch Unternehmen, die Nahrungsmittel produzieren. Die Basislizenz kostet 70 Euro für ein kleines Unternehmen.

Ein Unternehmen in Malta muss sich um eine Steuernummer kümmern und einmal im Jahr eine Steuererklärung abgeben. Die Registrierung bei der Mehrwertsteuerabteilung ist ebenfalls notwendig. Die Beschaffung einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist kostenlos und schnell erledigt. Allerdings muss man nur Mehrwertsteuer berechnen, wenn der Umsatz im gesamten Jahr 12.000 Euro übersteigt. Das entspricht der Kleinunternehmerregelung in Deutschland (17.500 Euro).

Wer Mitarbeiter beschäftigen will, braucht darüber hinaus eine ebenfalls kostenlose PE-Nummer und muss jeden Beschäftigten beim Arbeits- und Ausbildungszentrum (ETC) über ein Formular registrieren.

Nur fünf Prozent Steuern

Es gibt also auch in Malta einige bürokratische Hürden bei der Gründung eines Unternehmens, doch viele Deutsche gehen diesen Schritt trotzdem. Das liegt nicht zuletzt an der Steuerpolitik des Landes. Für eine englische Limited fallen 20 Prozent Körperschaftssteuer an, in Malta sind es 35 Prozent. Doch sechs Siebtel bekommt man nach zwei Wochen vom maltesischen Finanzamt zurück. Es bleiben also fünf Prozent Steuern - und das ist für viele Unternehmen äußerst lukrativ und ein Grund, sich in dem sonnigen Inselstaat niederzulassen.

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