Platz für eine Sirene ist auf der kleinsten Hütte, wie hier in Hubertshofen in der Nähe von Donaueschingen im Schwarzwald-Baar-Kreis. Auch viele Gemeinden im Kreis Böblingen haben nach der Ahrflut wieder aufgerüstet. Foto: Wolfgang Berger

Bundesweit klingeln am Donnerstag, 11. September, um 11 Uhr die Handys, TV- und Radiosendungen werden unterbrochen, es heulen vielerorts Sirenen. In Böblingen sind zudem mobile Sirenen unterwegs.

Wenn am Donnerstag, 11. September, auch im Kreis Böblingen Handys und Sirenen läuten und in Radio und Fernsehen die laufenden Sendungen unterbrochen werden, dann ist alles in bester Ordnung – dann klappt alles, wie geplant, beim bundesweiten Warntag; gegen 11.45 Uhr folgt die Entwarnung. So der Plan.

Und das erwartet die Menschen im Landkreis: Ab 11 Uhr wird eine Probewarnung in Form eines Warntextes an alle Rundfunksender und App-Server geschickt. Raus geht die Warnung dann via Fernseher, Radios und Smartphones. Um sicher zu gehen, so viele Menschen wie möglich zu erreichen – auch bei Stromausfall – setzt der Kreis Böblingen zusätzlich auf ein kreisweites Sirenennetz, das sich im Aufbau befindet. In 25 von 26 Städten und Gemeinden haben sich die Gemeinderäte im vergangenen Jahr für die Beteiligung an diesem kreisweiten Netz ausgesprochen. Nur in Deckenpfronn ist der Gemeinderat der Empfehlung nicht gefolgt. Dort existiert zwar eine Sirene auf dem Rathaus, die funktioniere per Handkurbel, aber, um sie zu ertüchtigen, hätte die Gemeinde tief in die Kasse greifen müssen – das wurde abgelehnt.

Zu Mobilfunk und bereits vorhandenen Sirenen kommen beispielsweise in Sindelfingen, Böblingen und Dagersheim Probewarnungen mittels Lautsprecherdurchsagen über mobile Sirenen; in Böblingen unter anderem in der Bahnhofstraße und der Berliner Straße. Die Probedurchsage wird in Deutsch und Englisch gesprochen, der Text lautet: „Achtung! Achtung! Hier spricht die Feuerwehr! Es findet zurzeit ein Probealarm statt! Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung! Ende der Probedurchsage!“

Es ist eine Übung: nicht bei Behörden anrufen

Die Warnung ist eine Übung. Deshalb wird gebeten, keine Rückmeldung an Behörden oder an die integrierte Leitstelle weiterzugeben, so das Landratsamt. Für Notrufe ist aber die 112 wie gewohnt offen.

Für den Katastrophenschutz ist der Landkreis zuständig. Der Böblinger Landrat Roland sagt zum Warntag: „In Krisen- und Katastrophenfällen kommt der Bevölkerungswarnung eine zentrale Rolle zu; denn nur wer informiert ist, kann sich entsprechend verhandeln. Es gilt deshalb, die Warnmöglichkeiten regelmäßig zu testen.“

Der erste bundesweite Warntag im September 2020 endete in einem Desaster, weil sich die zentrale Testwarnung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) um 30 Minuten verzögert hatte. 2021 fiel der Warntag wegen der noch andauernden Verbesserungen der Alarmsysteme nach den Pannen des Vorjahres und den Erfahrungen bei der Flutkatastrophe im Ahrtal im Sommer aus. Beim Warntag am 8. Dezember 2022 wurden nach Angaben des BBK dann mehr als 90 Prozent der Menschen über mindestens einen Warnkanal erreicht.

Die große Ahrflut hat Spuren hinterlassen

Allerdings reagierten viele – auch der Landkreis Böblingen – nach der Ahrflut. Allein auf die Technik wollte man sich nicht verlassen und so wurde in besagtes Sirenennetz investiert. Der Landkreis erbrachte die Planungsleistungen und übernimmt die Beschaffung der Sirenen zentral, die Städte und Gemeinden tragen letztendlich die Kosten für ihre jeweiligen Anlagen. Die Gemeinden konnten sich für Anlagen mit und ohne Sprachausgabe entscheiden, was bei der Anschaffung teils 50 Prozent Mehrkosten ausgemacht hat und einfach von der jeweiligen Kassenlage abhing.

Mobile Sirenen

Böblingen
Mobile Sirenen sind zu hören: (alphabetische Reihenfolge) Ahornweg, Aidlinger Straße, Am Käpplele, August-Borsig-Straße, Bahnhofstraße, Berliner Straße, Breite Gasse, Brunnenstraße, Bunsenstraße, Calwer Straße, Charles-Lindbergh-Straße, Charlottenstraße, Daimlerweg, Ehninger Weg, Emmy-Noether-Straße, Ernst-Reuter-Straße, Falkenstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Friedrichstraße, Gabrielle-Münter-Hof und Galgenbergstraße.

Sirenennetz
Außer Deckenpfronn beteiligen sich alle Kommunen an einem kreisweiten Sirenennetz. Mehr als zwei Drittel der Kommunen setzen dabei auf Sirenen mit der Möglichkeit von Sprachdurchsagen.

Details
Weitere Infos zum Warntag auf der folgenden Website: https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Bundesweiter-Warntag/bundesweiter-warntag_node.html