Sieht so die Zukunft der Luftfahrt aus? Die Branche muss sich den neuen Herausforderungen durch die höheren Ansprüche beim Umweltschutz stellen. Foto: AP

Der Klimaschutz verändert auch die Luftfahrt. Die Branche steht vor einem dramatischen Wandel – und muss sich den Herausforderungen stellen, meint Knut Krohn.

Paris - Airbus ist wegen der Strafzahlungen in die Verlustzone gerutscht, dennoch geben sich die Flugzeugbauer in Toulouse entspannt. Zu Recht, denn die aktuelle Auftragslage ist sehr gut. Mit den Mittelstreckenjets verdient Airbus das große Geld, die Kerosin sparende A320-neo-Reihe ist begehrt. Zudem kämpft der US-Konkurrent Boeing noch immer mit der selbst verschuldeten Krise, in die er wegen der Abstürze der 737 Max mit insgesamt 346 Toten geraten ist. Der Profiteur ist Airbus, der den Mitbewerber Boeing als größten Flugzeugbauer der Welt abgelöst hat.

Auf diesen Lorbeeren ausruhen kann sich das europäische Unternehmen allerdings nicht. Nicht nur Airbus, sondern die gesamte Luftfahrtbranche steht vor gewaltigen Herausforderungen. Grund sind die sich ständig verschärfenden Vorgaben zum Klimaschutz. Vergleiche mit dem dramatischen Wandel in der Autoindustrie sind in diesem Fall durchaus berechtigt. In der Luftfahrt steigt jedes Jahr der CO2-Ausstoß um rund drei Prozent, weil trotz treibstoffärmerer Jets das Verkehrsaufkommen zunimmt. Das heißt, dass in Zukunft von Airbus und Boeing umweltfreundlichere Modelle präsentiert werden müssen.

Die Optimierung der alten Flugzeugmodelle stößt inzwischen an ihre Grenzen und birgt – wie das Beispiel der 737 Max von Boeing zeigt – auch Gefahren. Um weiter konkurrenzfähig zu bleiben, braucht die Luftfahrt dringend neue Konzepte zur Senkung der Emissionen. Mit der Präsentation des neuen, energiesparenden Modells Maveric hat Airbus gezeigt, dass es die Zeichen der Zeit erkannt hat. Auch tüftelt Airbus an Elektroflugzeugen, doch bis diese wirklich serienreif sind, dürfte es noch sehr viele Jahre dauern. Bei aller Dringlichkeit ist bei der Entwicklung zukunftsfähiger Flieger neben Pioniergeist allerdings auch Augenmaß erforderlich. Der Milliardenflop mit dem Superflieger A380 sollte den Flugzeugbauern in Toulouse Warnung genug sein.