Robin Schmitt (links) und Kevin Wagner wollen Rathauschef in Unterensingen werden. Foto: privat

Am Sonntag, 7. Dezember, sind rund 3900 Wahlberechtigte in Unterensingen (Kreis Esslingen) aufgerufen, einen Nachfolger von Amtsinhaber Sieghart Friz zu küren. Das sind die Bewerber.

Nach 32 Jahren ist Schluss für Sieghart Friz. Am Ende seiner vierten Amtszeit als Bürgermeister von Unterensingen Ende Februar 2026 wird er 64 Jahre alt sein – Zeit für den Ruhestand, wie er findet. Um seine Nachfolge bewerben sich mit Kevin Wagner und Robin Schmitt zwei Kandidaten mit Berufserfahrung in öffentlichen Verwaltungen. Rund 3900 Wahlberechtigte sind an diesem Sonntag, 7. Dezember, zur Abgabe ihrer Stimme aufgerufen.

Kevin Wagner, der Sohn des Stellvertretenden Bürgermeisters Klaus Wagner, mag einen Heimvorteil haben: Der 29-Jährige wohnt in der rund 5000 Einwohner zählenden Neckartalgemeinde und ist Mitglied im örtlichen CVJM und im Blasmusikverein. „Ich bin in Unterensingen verwurzelt“, sagt er über sich. Diese tiefe Verbundenheit zu seiner Heimat sei der Grund für seine Kandidatur um den Posten des Rathauschefs. „Ich möchte etwas zurückgeben, Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die Zukunft unserer Gemeinde aktiv gestalten.“

Kevin Wagner verweist auf fachliche Kompetenz

Der parteilose Bewerber verweist darauf, über die „nötige fachliche Kompetenz“ zu verfügen. Wagner ist gelernter Bankkaufmann, machte die Fachhochschulreife, begann zunächst ein Studium Nachhaltiges Produktmanagement an der HfWU Nürtingen, sattelte dann aber um und absolvierte anschließend ein Duales Studium Public Management an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl. In der Gemeinde Ötisheim war er unter anderem als Kämmerer und kaufmännischer Werksleiter der Gemeindewerke tätig. Derzeit arbeitet er als Sachbearbeiter im Landratsamt Esslingen.

Sieghart Fritz war mehr als drei Jahrzehnte Bürgermeister in Unterensingen. Foto: Ines Rudel

Robin Schmitt lebt mit seiner Frau und den zwei Söhnen in Neuhausen auf den Fildern. Er arbeitet bei einer Tochterfirma der Landeshauptstadt Stuttgart und berät eigenen Angaben zufolge die Kommunalverwaltung in der Digitalisierung und Modernisierung. Der 42-Jährige ist CDU-Mitglied, beteuert jedoch, er wolle ein „parteipolitisch unabhängiger Bürgermeister“ sein.

Robin Schmitt setzt auf den Blick von außen

Schmitt setzt auf den „Blick von außen“ und will frischen Wind nach Unterensingen bringen. Von seiner fachlichen Eignung ist er überzeugt: Er besitze „kommunale, strategische und die finanzielle Erfahrung in der Verwaltung.“ Er kann zwei Master-Abschlüsse in Unternehmensführung, einen Bachelor in Wirtschaftspsychologie sowie eine kaufmännische Ausbildung bei einer Bank vorweisen. Die Kommunalpolitik ist ihm durch seine vierjährige Tätigkeit als Leiter des Bürgermeisterbüros in Neuhausen und der Geschäftsstelle des Gemeinderates nicht fremd. Zuständig war er unter anderem für das Vereins- und Sportwesen, die Städtepartnerschaft und das bürgerschaftliche Engagement.

Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Im Anschluss an die Auszählung der Stimmzettel ist die Bürgerschaft zur Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses eingeladen, Bürgermeister Sieghart Friz wird es vor dem Bürgerhaus in der Schulstraße 8 verkünden. Eine kleine Wahlparty findet dann im Blasmusikraum statt. Sollte keiner der beiden Kandidaten am Sonntag mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhalten, kommt es am vierten Adventssonntag, 21. Dezember, zur Stichwahl. Gewinner wäre dann derjenige Bewerber, der die meisten Stimmen erhält.