Das Rathaus von Bempflingen: Wer wird dort künftig als Bürgermeister arbeiten? Foto: Gemeinde Bempflingen

Am Sonntag, 9. November, stimmen die Bürger von Bempflingen (Kreis Esslingen) über einen Nachfolger von Amtsinhaber Bernd Welser ab. Reicht ein Wahlgang zum Sieg?

Bürgermeister ist kein sehr begehrtes Amt. Vielen Kommunen in Baden-Württemberg fehlt es bei Wahlen an Kandidaten. Im Durchschnitt kandidieren nur 2,9 Menschen, teilt das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mit. In mehr als einem Viertel der Fälle findet sich demnach nur ein Bewerber, manchmal auch gar keiner. In Bempflingen, einer 3300-Seelen-Gemeinde am Fuß der Schwäbischen Alb, sieht das hingegen anders aus: Gleich fünf Kandidaten wollen den scheidenden Amtsinhaber beerben. Die Wahl findet am kommenden Sonntag, 9. November, statt.

Für Bernd Welser (parteilos) soll nach 16 Jahren an der Spitze der Verwaltung Schluss sein. Der Mittfünfziger könnte zwar noch einmal eine volle Amtszeit von acht Jahren absolvieren, aber er wolle aus persönlichen Gründen nicht noch einmal für das Bürgermeisteramt kandidieren, hatte er dem Gemeinderat Anfang des Jahres mitgeteilt. Am 2. Februar 2026 wird er seinen Stuhl im Bempflinger Rathaus räumen.

Rund 2840 Wahlberechtigte zur Wahl in Bempflingen

Wer wird an seiner Stelle künftig auf dem Chefsessel Platz nehmen? Diese fünf Bewerber haben ihren Hut in den Ring geworfen: Thorsten Feisthammel, Bernhard Frasl, Daniel Hentschel, Frank Lindner oder Daniel Friesch. Der Ausgang der Abstimmung ist völlig offen. Rund 2840 Wahlberechtigte sind zum Urnengang aufgerufen.

Thorsen Feisthammel Foto: privat

Der 41-jährige Thorsten Feisthammel wohnt zwar in Metzingen, ist aber in Bempflingen bekannt: Der zweifache Familienvater war lange Jahre Dirigent der Stammkapelle des Musikvereins, dessen Vorsitzender er ist. Der Filialleiter eines Möbelhauses ist vielfältiger Weise ehrenamtlich aktiv und war als früheres CDU-Mitglied auch kommunalpolitisch auf Stadt- und Kreisebene aktiv.

Bernhard Frasl Foto: privat

Bernhard Frasl (49) wohnt seit 1988 in Bempflingen, ist verheiratet und Vater von Zwillingen. Seit zehn Jahren arbeitet er als technischer Berater im Außendienst und engagiert sich in seiner Freizeit im Ehrenamt: Frasl ist Vorsitzender des Bezirksimkervereins Nürtingen und war dreieinhalb Jahre zweiter Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule auf Mauern.

Daniel Hentschel Foto: privat

Daniel Hentschel ist gebürtiger Bempflinger, er hat hier Kindergarten und Grundschule besucht. Nun lebt er mit Frau und Sohn in Unterensingen. Er hat International Business mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsverwaltung und Veränderungsmanagement studiert, war als leitender Angestellter in einem großen Unternehmen tätig. Aktuell ist der 35-Jährige in Elternzeit.

Frank Lindner Foto: privat

Frank Lindner (43) ist in Großbettlingen aufgewachsen und wohnt mit seiner Familie in Hülben. Nach Schreinerlehre, Ausbildung zum Mediengestalter und einem Verwaltungsstudium ging er zur Stadt Stuttgart. Dort ist er als Verwaltungsleiter des Hochbauamts tätig. Er engagiert er sich seit vielen Jahren für die CDU in der Kommunalpolitik, tritt aber als unabhängiger Kandidat an.

Daniel Friesch Foto: privat

Der 28-jährige Daniel Friesch lebt in Bempflingen. Nach fünf Semestern Data-Science-Studium arbeitet er nun als Markt- und Sozialforscher bei einem Forschungsinstitut. Ehrenamtlich engagiert er sich für „Die Partei“, ist Generalsekretär des Landesverbands und zweiter Vorsitzender des Kreisverbandes. In seiner Freizeit spielt er Bowling in der ersten Bundesliga.

Wann gibt es eine Stichwahl in Bempflingen?

Ob an diesem Sonntag schon eine Entscheidung fällt, bleibt abzuwarten. Bürgermeister in Bempflingen wird derjenige, der beim ersten Wahlgang mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhält. Schafft das niemand, findet am Sonntag, 30. November, eine Stichwahl statt, zu der laut neuem Wahlrecht nur die beiden Kandidaten mit der höchsten Stimmenzahl zugelassen sind.