Der Unsinn in der Politik hat mehr als nur einen Namen. Den Dialekten in Deutschland sei Dank! Eine Glosse von Jan Sellner.
Wie weit wir in Deutschland sprachlich auseinanderliegen, hat uns jüngst der Bundeskanzler vor Augen geführt: „Fritze Merz erzählt gern Tünkram!“, erklärte Olaf Scholz in einem Anfall hanseatischer Empörung, nachdem ihn CDU-Partei- und -Fraktionschef Friedrich Merz wegen seiner Europapolitik angegangen war. Das empfanden manche als platt und lagen damit völlig richtig: „Tünkram“, so haben wir inzwischen gelernt, ist Plattdeutsch und bedeutet „Unsinn“ – eine nicht unübliche Erscheinung in der Politik. Ob es für „Tünkram“ eine sauerländische Entsprechung gibt, muss an dieser Stelle offenbleiben. Anzunehmen ist es. Auch so reagierte der Sauerländer Merz ausgesprochen sauertöpfisch, was weniger am Scholz’schen „Tünkram“ lag als am respektlosen „Fritze“.
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