Der vollelektrische VW ID.3 bietet eine Reichweite von 351 Kilometern, nach WLTP-Messung. Foto: Volkswagen AG/Ingo Barenschee

Der VW ID.3 kommt optisch ziemlich cool daher – sehr ansprechend ist aber auch seine Reichweite, die laut Hersteller in der Topversion bis zu 549 Kilometer beträgt.

Esslingen - Der Zeitpunkt war alles andere als günstig: Im Herbst 2020, mitten in der Corona-Krise, hat VW sein erstes vollelektrisches Auto auf den Markt gebracht – den ID.3. Aber solange warten, bis die Pandemie ausläuft, wäre auch nicht angebracht gewesen. Zumal Elektroauto-Konkurrent Tesla demnächst die Produktion in Deutschland aufnehmen dürfte und andere, vergleichbare Stromer ebenfalls schon auf deutschen Straßen unterwegs sind.

Vorneweg: Der ID.3 kommt optisch ziemlich cool daher – und erregt schon dadurch Aufmerksamkeit. Ansprechend ist aber auch seine Reichweite, die laut VW in der Topversion bis zu 549 Kilometer beträgt. Damit sind auch längere Fahrten problemlos ohne Laden des Akkus zwischendurch möglich.

4,26 Meter lang, hat der ID.3 ziemlich genau Golf-Größe, was auch für den Laderaum gilt, nämlich 385 bis 1267 Liter Volumen (getrennt umklappbare Rücksitzlehnen und Durchladeklappe).

Gestartet ist VWs erstes vollelektrisches Modell mit dem größten von drei verfügbaren Akkus (45, 58 und 77 kWh), der 204 PS Leistung bringt. Preis: Ab rund 42 000 Euro, wovon 9000 Euro Förderprämie abgehen.

Mittlerweile ist aber auch das ausstattungsmäßig abgespeckte Basismodell (Pure) mit 45 kWh-Akku und 146 PS verfügbar, das ab 31 495 Euro in der Liste steht, wovon natürlich ebenfalls die Förderprämie abgeht. Mit dann unterm Strich rund 22 500 Euro kostet das ID.3-Basismodell ähnlich viel oder wenig wie etwa der Opel Mokka.e oder der etwas kleinere Renault Zoe. Die Reichweite des Basismodells wird mit 351 Kilometern angegeben (WLTP). Seine technischen Daten lauten: 8,9 Sekunden im Sprint auf 100 sowie 160 km/h Spitze. Das maximale Drehmoment liegt bei 310 Nm. Flotter ist die ID.3-Version mit 58 kWh-Akku unterwegs und die Reichweite steigt hier laut Datenblatt auf 426 Kilometer  (ab circa 35 000 Euro, abzüglich Förderprämie).

Der ID.3 kann mit Wechselstrom (AC) und Gleichstrom (DC) geladen werden. Die Topversion lädt an Schnellladesäulen laut VW mit bis zu 125 kW Leistung in nur 30 Minuten Strom für gut 350 Kilometer Strecke. ID.3-Kunden wird dabei das Lade-Ökosystem We Charge angeboten, womit in Europa mehr als 150 000 öffentliche Ladepunkte genutzt werden können. Laden an einer Haushaltssteckdose ist generell auch möglich, pro Stunde werden beispielsweise für das Aufladen des Basismodells mit 45 kWh-Akku knapp zehn Kilometer Reichweite erzielt. Mit einer eigenen Wallbox zu Hause geht es natürlich wesentlich schneller – und auch sicherer.

Das Cockpit des ID.3 sieht ziemlich futuristisch aus. Man muss sich auch einige Zeit nehmen, die einzelnen Funktionen kennenzulernen. Herzstück ist ein zehn Zoll großer Touchscreen mit zahlreichen Apps. Diese können individuell konfiguriert werden. Darunter ist eine Art Mulde, in der man mit dem Finger – und ohne den Blick von der Fahrbahn nehmen zu müssen – beispielsweise die Lautstärke oder die Temperatur individuell einstellen kann. Eine Bedienung verschiedener Funktionen ist jedoch auch an Tasten, direkt am Lenkrad möglich oder über die „Natural Voice“-Sprachsteuerung.

Die ersten ID.3-Auslieferungen hatten allerdings noch Software-Probleme, was die Wolfsburger aber mittlerweile mit einem Update ausgemerzt haben. Beispielsweise ist die Sprachsteuerung nun fit und mit „Hallo ID“ können viele Funktionen gesteuert werden. Beim Sicherheitstest Euro NCAP hat der ID.3 übrigens die Bestnote mit fünf Sternen erzielt.

Der ID.3, der in Zwickau und seit kurzem auch in der Manufaktur in Dresden gebaut wird, hat aktuell eine Lieferzeit von etwa drei bis vier Monaten.

Unterdessen hat VW mit dem ID.4 auch sein zweites Elektroauto an den Start gebracht. Das kompakte SUV wird weltweit angeboten, die Markteinführung in Europa soll noch im März starten. Die Preise beginnen in Deutschland bei 38 450 Euro für den ID.4 Pure Performance. Die Kunden in Deutschland können 9000 Euro Netto-Förderung beantragen, teilt VW mit. Der ID.4 ist mit zwei Batteriegrößen verfügbar. Mit 52 kWh ermögliche er laut Hersteller Reichweiten von bis zu 348 Kilometer, mit 77 kWh sind den Angaben zufolge sogar bis zu 522 Kilometer Reichweite (jeweils WLTP-Messung) möglich.

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