Am 31. Januar ist die Jungfernfahrt der Hermann-Hesse-Bahn geplant, ab 1. Februar gelten dann VVS-Tickets auch im Kreis Calw: Vertragsunterzeichnung mit Verkehrsminister Winfried Hermann (Fünfter von links). Foto: Ulrike Otto

Die Hermann-Hesse-Bahn ist jetzt offiziell ins Streckennetz des VVS integriert. Künftig ist nur noch ein Ticket für die Strecke von Stuttgart bis Calw nötig.

Ein Wochenendtrip in den nördlichen Schwarzwald? Wer von Stuttgart nach Calw will, der kann das künftig per Bahn und mit einem VVS-Tagesticket tun. Für 16,60 Euro geht es künftig in 59 Minuten von Stuttgart nach Calw. Zuerst mit der S-Bahn-Linie 6 bis nach Weil der Stadt, wo der Umstieg in die Hermann-Hesse-Bahn erfolgt. Der regulär erste Zug soll am 1. Februar fahren, die Jungfernfahrt ist am Vortag geplant.

Dazu wurde der Landkreis Calw am Mittwoch in den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) teilintegriert. Der VVS-Tarif gilt ab 1. Februar allerdings nur auf der Hermann-Hesse-Bahn sowie auf parallel verlaufenden Buslinien. Für Pendler und Touristen wird die Fahrt deutlich günstiger.

Hermann-Hesse-Bahn: VVS-Ticket gilt ab Februar auch im Kreis Calw

Ob mit BW-Tarif, Metropol-Tagesticket oder einer Kombination von VVS-Tagesticket und einer Fahrkarte der Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw (VGC) – bisher kostete die Tour etwa 25 Euro. Zusätzlich gilt das VVS-Tagesticket ab Februar 2026 auch für den gesamten Kreis Calw. Das VGC-Ticket gilt umgekehrt aber nicht für den VVS.

Die Strecke der Hesse-Bahn und ihre Anbindung ans S-Bahn-Netz Foto: STZN-Grafik

Kurz vor Weihnachten sei die Teilintegration ein ganz großes Geschenk, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), der zur Vertragsunterzeichnung nur als Gast gekommen war. Diese Ehre gebührte dagegen Helmut Riegger. „Ich freue mich, dass wir endlich beim VVS mitmachen können“, sagte der Calwer Landrat.

  Die letzten Bauarbeiten zur Reaktivierung der Hesse-Bahn laufen. Foto: Simon Granville

Er bedankte sich ausdrücklich bei den beiden Geschäftsführern des VVS, Cornelia Christian und Jan Neidhardt. „14 Jahre lang haben wir das versucht, aber bei Ihren Vorgängen hat es nie ganz gereicht. Und in einem halben Jahr haben Sie das möglich gemacht“, sagte Riegger, der das Projekt maßgeblich auf den Weg gebracht hat.

Der Kreis hofft durch die Hesse-Bahn auf verstärkten Tourismus aus der Region Stuttgart, „umgekehrt bekommen wir so etwa 3000 Pendler von der Straße auf die Schiene“. Diese würden nicht nur die Landeshauptstadt ansteuern, sondern auch in den Raum Böblingen/Sindelfingen fahren.

Kostenexplosion bei Reaktivierung der Hesse-Bahn

Die 207 Millionen teure Reaktivierung des Teilstücks der württembergischen Schwarzwaldbahn hatte immer wieder mit Verzögerungen und Kostensteigerungen Schlagzeilen gemacht. Zuletzt war der 80-Millionen-Euro-Anteil für Artenschutz diskutiert worden, zu dem auch der Umbau der beiden Bestandstunnel Forst und Hirsau gehört. Hier wurde jeweils eine Fledermauskammer eingerichtet, um den geschützten Tieren ein sicheres Winterquartier bieten zu können.

Bis die Hesse-Bahn ab voraussichtlich Ende Mai von Calw aus bis nach Renningen rollen kann, sind die batterieelektrischen Züge vorerst einmal pro Stunde zwischen Weil der Stadt und dem Schwarzwald unterwegs.

Hermann-Hesse-Bahn

Fahrkarten
VVS-Tagesticket für 16,60 Euro online oder in der App, 17,80 Euro im Bus oder am Automaten, ab 1. Februar 2026. Für kürzere Entfernungen können auch Tagestickets nach Zonen gekauft werden. Für 3 Zonen, beispielsweise aus Renningen, kostet dies 11 Euro (online/App) beziehungsweise 14,60 Euro (Bus, Automat). Weil der Stadt ist bislang schon in den VGC integriert. Alternativ kann für die Strecke auch das Deutschlandticket genutzt werden.

Takte
Die Hermann-Hesse-Bahn fährt zwischen Calw und Weil der Stadt ab 1. Februar einmal stündlich zwischen 6 und 18 Uhr sowie ab Mitte April zwischen 5 bis 21 Uhr zweimal pro Stunde und bis Mitternacht und am Wochenende einmal pro Stunde. Sobald die Züge bis Renningen verkehren, voraussichtlich ab Ende Mai, sind sie ab 5 Uhr zweimal stündlich unterwegs.