Beim Weihnachtseinkauf herrscht oft Gedränge. Doch dieses Jahr dürfte es anders kommen. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Die Angst vor Corona könnte dem Einzelhandel in den Innenstädten das mieseste Weihnachtsgeschäft seit Jahren bescheren. Die Oberbürgermeister von Schorndorf, Tübingen und Schwäbisch Gmünd wollen dem Ladensterben nicht tatenlos zusehen.

Schwäbisch Gmünd - Vor dem Hintergrund der Corona-Krise sollen die Geschäfte in diesem Jahr in der Adventszeit auch an Sonntagen öffnen dürfen. Das fordern mehrere baden-württembergische Oberbürgermeister. Das Land solle eine ähnliche Regelung treffen, wie sie bereits in Nordrhein-Westfalen beschlossen wurde, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben der Rathauschefs von Schwäbisch Gmünd, Tübingen und Schorndorf.

Schon mehrfach hatten Richard Arnold (CDU), Matthias Klopfer (SPD) und Boris Palmer in der Vergangenheit gemeinsam das Wort ergriffen. Jetzt geht es ihnen um den immer noch darbenden Einzelhandel. „Wir müssen alles tun, um ihn in der Corona-Zeit zu unterstützen und damit unsere Innenstädte am Leben zu halten“, betonen Palmer, Arnold und Klopfer. Als Oberbürgermeister seien sie in großer Sorge um die Innenstädte. Klassische Weihnachtsmärkte seien aufgrund der aktuellen Lage nicht möglich. Hinzu kämen wirtschaftliche Schwierigkeiten durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit, aber auch die weiter zunehmende Konkurrenz durch den Online-Handel.

Was wird aus den Weihnachtsmärkten?

Nachdem die Städte die Gastronomie schon durch viele schnelle und unkomplizierte Maßnahmen wie beispielsweise durch kostenfreie Außenbewirtschaftung unterstützten, müsse nun auch der Einzelhandel dringend eine Perspektive im anstehenden Weihnachtsgeschäft bekommen. Schorndorfs OB Klopfer appellierte an die Landesregierung, nicht wie beim Thema Alkoholverkauf auf Weihnachtsmärkten wochenlang regierungsintern zu diskutieren: „Wir brauchen jetzt schnell Planungssicherheit für unsere Städte und Sicherheit für den Einzelhandel, dass er in dieser existenzgefährdenden Situation nicht alleine gelassen wird.“

Schwäbisch Gmünds OB Arnold betonte, dass damit der Sonntagsschutz keinesfalls grundsätzlich ausgehöhlt werden solle: „Uns ist bewusst, dass Kirchen und Gewerkschaften diesen Vorschlag nicht unterstützen. Aber so wie der Umweltminister bei dem Thema Heizmöglichkeiten selbstverständlich Sonderregelungen für diesen Corona-Winter unterstützt, fordern wir auch die Kirchen und Gewerkschaften auf, die Zukunft unserer Innenstädte nicht zu gefährden. Nach dem Ende der Pandemie stehen wir wieder für den besonderen Sonntagsschutz ein, der siebte Tag soll dann wieder zur Ruhe für die Menschen da sein.“

Gedränge ist nicht gesund

Der Tübinger Amtskollege Palmer verwies auch auf den Gesundheitsaspekt. „Das Gedränge in den Fußgängerzonen, das vor allem an den Adventssamstagen bislang nicht zu vermeiden ist, lässt sich so entzerren. Der dringend notwendige Abstand ist leichter einzuhalten und auch die Bahnen und Busse sind nicht übervoll.“

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