Die Haut vergisst nicht, was man ihr durch zu viel Sonnenbaden angetan hat. Foto: dpa

Die Sonne strahlt, die Temperaturen steigen, es wird brütend heiß. So stellt man sich den idealen Sommer vor. Und das, nachdem der Mai so richtig kühl war. Da fragt man sich: Kann Sonnenbaden jetzt gefährlich werden?

Berlin - Nach einem kühlen und teils regnerischen Frühjahr ist endlich der Sommer da. Mit dem schönen Wetter steigt aber auch die Sonnenbrandgefahr. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sieht für Deutschland dieser Tage eine teils hohe Gefährdung durch UV-Strahlung.

Wie gefährlich ist die UV-Strahlung?

UV-Strahlung kann Schäden am Auge wie Bindehautentzündungen und Sonnenbrand auf der Haut verursachen. Langfristig trägt sie zur vorzeitigen Alterung der Haut bei. UV-Strahlung ist aber auch das Hauptrisiko für Hautkrebs. Jedes Jahr erkranken in Deutschland weit mehr als 200 000 Menschen neu an Hautkrebs – Tendenz steigend. Die Deutsche Krebshilfe geht sogar von jährlich rund 290 000 Neuerkrankungen aus. Allein mehr als 20 000 Diagnosen betreffen den gefährlichen schwarzen Hautkrebs, das sogenannte maligne Melanom. Neben den UV-Strahlen beeinflusst vor allem das Erbgut, ob jemand erkrankt.

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Wie kommt es zu der steigenden Zahl an Hautkrebs-Erkrankungen?

In Deutschland wird immer häufiger heller oder weißer Hautkrebs diagnostiziert. Zwischen 2011 und 2018 stieg die Zahl der Betroffenen von rund 1,23 Millionen auf 1,66 Millionen und damit um 35 Prozent, wie eine Barmer-Analyse aus dem vergangenen Jahr zeigt. Damit erhöhten sich die Fallzahlen beim hellen Hautkrebs schneller als beim schwarzen Hautkrebs, der allerdings weitaus gefährlicher ist.

Insbesondere bei den über 50-Jährigen stieg die Zahl der Hautkrebspatienten. Den stärksten Zuwachs gab es demnach in der Gruppe der 80- bis 84-Jährigen. Hier verdoppelte sich die Diagnosen heller Hautkrebs zwischen 2011 und 2018 nahezu. Die Zahl der Betroffenen stieg um 94 Prozent auf 310 600.

„Bei vielen älteren Menschen rächen sich die Sonnensünden der Vergangenheit“, erklärt Barmer-Expertin Utta Petzold. In den 1970er bis 1990er Jahren sei Sonnenbaden ohne ausreichenden UV-Schutz extrem populär gewesen. Die Spätfolgen zeigen sich zum Teil aber erst Jahrzehnte später.

Wer ist vor allem gefährdet?

Menschen mit heller Haut haben ein höheres Risiko als jene mit dunklerer Haut. Häufige und starke Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) das Risiko, später an Hautkrebs zu erkranken, um das Zwei- bis Dreifache. Die Haut vergisst nie, warnen auch Fachärzte. 

Was ist der beste Sonnenschutz?

Die Mittagsstunden sollten besser im Haus oder zumindest im Schatten verbracht werden. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist eine Kopfbedeckung zu empfehlen. Experten raten zudem zu Sonnenbrillen mit seitlichem Schutz, also gewölbten Gläsern oder breiten Bügeln, die die Zeichen „UV 400“, „100 Prozent UV-Schutz“ oder „CE“ tragen.

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Außerdem sollte auf eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor geachtet werden, die 30 Minuten vor dem Sonnenbaden aufgetragen wird. Es sollte schon mindestens Lichtschutzfaktor 15 sein, für Kinder und empfindliche Menschen empfiehlt sich der Faktor 50+.

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Was hilft am besten gegen Sonnenbrand?

Am sichersten ist die Vorbeugung. Wer sich dennoch einen Sonnenbrand holt, dem helfen feuchtkalte Umschläge mit Essigwasser, Kamillentee sowie Quark- und Joghurtkompressen. Bei schweren Sonnenbränden mit Blasen und Fieber sollte der Arzt aufgesucht werden.

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