Einsatzkräfte der Polizei nahmen den Tatverdächtigen am Bahnhof Bondorf fest. Foto: Stefanie Schlecht

Ein aggressiver Mann belästigt in einem Regionalzug eine Frau. Ein anderer Bahnreisender stellt sich ihm entgegen, steckt Schläge ein, behält aber die Oberhand.

Am Mittwochabend belästigte ein 32-Jahre alter Mann eine Frau in einem Regionalzug. Ein Bahnreisender stellte sich ihm mutig entgegen – und nahm dabei in Kauf, selbst verletzt zu werden. Wie die Bundespolizei berichtet, kam es zu dem Vorfall gegen 18.40 Uhr in einem Zug der Linie RE 14b in Fahrtrichtung Freudenstadt.

Nach bisherigen Erkenntnissen soll der tunesische Staatsangehörige eine Frau in dem Zug auf belästigende Weise angesprochen haben. Die Frau habe den 32-Jährigen daraufhin aufgefordert, sich auf einen anderen Platz zu setzen. Als der Mann dieser Aufforderung nicht nachkam, griff ein 47-jähriger Iraner ein und forderte den Mann seinerseits auf, den Sitzplatz zu wechseln. Der Tatverdächtige soll darauf mit aggressiven Widerworten reagiert haben.

Als alle Beteiligten den Zug am Bahnhof Bondorf (Kreis Böblingen) verlassen wollten, soll der aggressive 32-Jährige den anderen Bahnreisenden unvermittelt geschlagen haben. Laut Polizeibericht brachte der 47-Jährige den Tatverdächtigen daraufhin zu Boden und fixierte ihn bis zum Eintreffen von zwei Streifen der Landespolizei. Dabei wurde offenbar auch die Jacke des Iraners beschädigt. Wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilt, habe der Mann darüber hinaus keine Verletzungen erlitten.

Die zuständige Bundespolizei hat nun ein Ermittlungsverfahren, unter anderem wegen Körperverletzung, eingeleitet. Wie ein Polizeisprecher mitteilt, habe der 32-Jährige die Frau in dem Zug übrigens zwar auf aggressive, nicht aber auf sexuelle Weise angesprochen. „Er hat sich einfach daneben verhalten“, erklärt der Sprecher – ein Umstand, der bei einem Strafverfahren noch relevant werden könnte.