Gleich zweimal haben Autofahrer am Wochenende in Stuttgart mit Flucht auf eine Polizeikontrolle reagiert. Einer baute dabei einen Unfall, ein anderer zwang einen Unbeteiligten zu einer Vollbremsung.
Es ist ein Phänomen, das sich auszubreiten scheint: Wer als Autofahrer in eine Polizeikontrolle gerät und offenbar etwas zu verbergen hat, tritt aufs Gas und versucht, sich der Überprüfung zu entziehen – ohne Rücksicht auf Verluste. Die entsprechende Liste hat sich am Wochenende in Stuttgart gleich um zwei spektakuläre Fälle verlängert.
Zunächst bemerkte eine Streifenwagenbesatzung am Samstagabend gegen 17.40 Uhr einen auffälligen Wagen in Wangen. Der graue BMW mit Münchner Kennzeichen beschleunigte in der Wasenstraße stark und bretterte in Richtung Ulmer Straße davon. Als die Beamten den Fahrer kontrollieren wollten, fuhr er in der Ulmer Straße auf Höhe eines Supermarktes auf einen Parkplatz und erweckte den Anschein, anzuhalten. Er gab dann aber Gas und fuhr wieder auf die Straße, wo ein weißes Auto eine Vollbremsung machen musste, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Anschließend bog der BMW-Fahrer in die Straße Viehwasen ab und flüchtete.
Auto landet am Bordstein
Der unbekannte Fahrer war zwischen 20 und 30 Jahre alt, hatte schwarze Haare und trug ein helles Oberteil. Zeugen, insbesondere der Autofahrer, der eine Vollbremsung machen musste, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 07 11 / 89 90 - 41 00 an die Verkehrspolizei zu wenden.
Damit aber noch nicht genug. Am Sonntagabend fiel einer Streifenwagenbesatzung in Zuffenhausen ein Opel Corsa auf. Der Wagen fuhr gegen 20.25 Uhr die Marconistraße mit überhöhter Geschwindigkeit entlang. Als er kontrolliert werden sollte, bog der Fahrer in die Hirschsprungallee ab und streifte hierbei den Bordstein. Dabei wurde der Opel so beschädigt, dass er nicht mehr fahrbereit war. Die vier Insassen stiegen daraufhin aus und flüchteten zu Fuß in unbekannte Richtung. Zeugen werden auch in diesem Fall gebeten, sich an die Verkehrspolizei zu wenden.
Zumindest im zweiten Vorfall dürfte der Halter des Fahrzeugs zu ermitteln sein, schließlich ist das Auto am Unfallort zurückgeblieben. Bleibt nur zu prüfen, ob er auch an der Fahrt beteiligt war oder zumindest weiß, wer da im Wagen gesessen ist. Schwieriger dürfte es beim Münchner BMW werden, bei dem derzeit nicht ganz klar ist, ob sich der Fahrer über das Kennzeichen ermitteln lässt. Grundsätzlich gilt laut Polizei, dass eine Verfolgungsjagd durch die Stadt immer Abwägungssache ist. Natürlich versuche man, flüchtige Autofahrer zu stellen. Allerdings gebe es auch Situationen, in denen man abbrechen müsse – weil zu viele andere Menschen gefährdet würden.