Damit das Smart Home auch sicher ist, sollten die voreingestellten Passwörter bei Inbetriebnahme neuer Geräte geändert werden. Foto: dpa/Andrea Warnecke - dpa/Andrea Warnecke

Voreingestellte Passwörter neuer Geräte für das Smart Home sind leicht zu knacken. Trotzdem verändern viele Menschen sie nicht. Wer sie ändert - und noch einige weiter Tipps beachtet - macht es Datendieben schwerer.

BerlinEs klingt wie eine Selbstverständlichkeit, aber viele tun es nicht: Die voreingestellten Passwörter von Geräten für das Smart Home ändern. Aber genau dazu rät der Verband der Technischen Überwachungsdienste (VdTÜV). Er verweist auf eigene Umfrageergebnisse, wonach nur knapp jeder zweite Nutzer von Geräten, die sich über das Smartphone oder Tablet steuern lassen, die leicht zu knackenden Standard-Passwörter der Geräte-Software unverändert lässt (47 Prozent).

Voreingestellte Passwörter können ein einfaches Einfallstor für Angriffe von Hackern sein. Am besten ändert man sie direkt bei der Installation. Ein sicheres Passwort besteht laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aus mindestens acht Zeichen, darunter Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Bei der Wahl eines Passwortes sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass man sich das Passwort gut merken kann. Grundsätzlich gilt: Je länger, desto besser. Ein gutes Passwort sollte mindestens acht Zeichen lang sein. Es sollte außerdem nicht in Wörterbüchern vorkommen oder leicht zu erraten sein.

Außerdem sollten Nutzer abwägen, welche Geräte sie tatsächlich mit dem offen Internet verbinden wollen und welche nicht. Es kann auch reichen, sie in das heimische Netzwerk einzubinden und sie nur innerhalb des Gebäudes über das Smartphone oder Tablet zu steuern und nicht auch aus der Ferne. Das bietet zusätzliche Sicherheit vor möglichen Hackerangriffen. Eine Möglichkeit ist laut VdTÜV auch ein separates WLAN nur für die Smart-Home-Geräte im Haus, welches keine Verbindung mit den Computern und Tablets hat, auf denen persönliche Daten gespeichert sind. Er rät, Geräte, die besonders kritisch für die Sicherheit sind, wie vernetzte Alarmanlagen oder Überwachungskameras nach Möglichkeit nur mit einem Kabel und nicht mit dem WLAN zu verbinden.

Nur verschlüsselte Übertragung

Darüber hinaus sollte man beim Kauf darauf achten, dass Daten zwischen einzelnen Smart-Home-Komponenten nur verschlüsselt übertragen werden. Das sichert die Kommunikation zwischen dem eigentlichen Gerät, dem Router und der Steuerungs-App auf dem Smartphone, Tablet oder im Browser ab.

Für die repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands wurden 1002 Personen ab 16 Jahren im Februar 2019 befragt. Die konkrete Fragestellung lautete: „Was tun Sie, um die IT-Sicherheit der von Ihnen genutzten Smart Home Geräte zu gewährleisten bzw. zu verbessern?“dpa

Passworttipps: https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/Empfehlungen/Passwoerter/passwoerter_node.html

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