Die Wurzeln des E-Sports liegen bereits einige Jahrzehnte zurück. Foto: AdobeStock

Die professionelle E-Sport-Szene heutzutage boomt: Spieler aus aller Welt trainieren mehrere Stunden am Tag, gewinnen Preise in Millionenhöhe. Doch wo und wann nahm das Thema E-Sport seinen Anfang? Ein Überblick. 

Anzeige

Esslingen - Als die Olympischen Sommerspiele 1896 zum ersten Mal seit deren Verbot in der Antike wieder stattfanden, rechnete wohl keiner damit, dass die Menschen in weiter Zukunft vor Bildschirmen mit bewegten Bildern sitzen, sich virtuell duellieren und dies als Sport bezeichnen – wenn auch nicht offiziell. Wie die professionelle E-Sport-Szene heutzutage aussieht wissen wir: Spieler aus aller Welt trainieren mehrere Stunden am Tag, gewinnen Preise in Millionenhöhe und haben teilweise einen eigenen Sportpsychologen an ihrer Seite. Doch wo genau fasste der E-Sport eigentlich Fuß und vor allem, wann?

Einblick in den Alltag des E-Sport-Profis Niklas Luginsland: Halbtagsjob an der Spielkonsole

Die Anfänge des E-Sports

Welches Mehrspieler-Game nun tatsächlich vor allen anderen entwickelt und öffentlich zugänglich gemacht wurde, ist nach wie vor umstritten. Als Begründer aber gilt gemeinhin das Videospiel „Tennis for Two“, da es in den 50er-Jahren als erstes Videospiel zu reinen Unterhaltungszwecken und nicht für akademische Forschung oder kommerzielle Technologieförderung entwickelt wurde. Bei der Frage nach dem ersten großen Online-Wettkampf jedoch, treffen sich die Meinungen größtenteils bei ein und demselben Turnier.

Mehr zum Thema: Die E-Sport-Branche boomt: Zocken für Millionen

1980 veranstaltete das US-amerikanische Unternehmen "Atari" die "Space-Invaders"-Championship, bei der mehr als 10.000 Mitspieler an den Regionalausscheiden in fünf großen Städten der USA teilnahmen - die fünf Regionalsieger qualifizierten sich wiederum für das Finale in New York. Wilhelm „Bill“ Heinemann, seit einer Geschlechtsumwandlung im Jahr 2003 als Rebecca Ann Heinemann bekannt, rechnete zunächst nicht damit unter die letzten Top 100 zu gelangen, nahm überraschenderweise im November aber den großen Preis der Meisterschaft in New York mit, nachdem das Spiel nach zwei Stunden abgebrochen wurde – die bisher erzielten Punkte ergaben den Sieg. Und ebendieser machte den damals 17-Jährigen zum ersten nationalen Videospiel-Champion und verschaffte ihm neben einer Wohnzimmertisch-großen Spielekonsole einen Arbeitsplatz als Entwickler von "Atari"-Spielen. 

Die Fußball-Simulation "FIFA": Spiel mit Emotionen 

Der E-Sport kommt ins Rollen

Der Acarde-Besitzer aus dem Bundesstaat Iowa, Walter Day, gründete 1981 die "Twin Galaxies", eine Organisation, die Highscores in den verschiedensten Spielen auflistete und dabei half Videospiele und deren Ergebnisse in verschiedenen Publikationen, wie zum Beispiel dem Guinessbuch der Rekorde zu vermerken. Hieraus ging 1983 ebenfalls das erste große E-Sport-Team das "U.S. National Video Game Team" hervor, welche unter anderem in unterschiedlichen Online-Wettkämpfen teilnahm oder das "Video Game Master Tournament" für die Guiness Rekorde abhielt. Das Team reiste quer durch die USA und strahlte die bestrittenen Turniere zum Teil im Fernseher aus oder publizierte sie in verschiedenen Magazinen. Das alles förderte zum einen das kompetitive Videospielen, zum anderen legte es die Grundsteine für den E-Sport, wie wir ihn heute kennen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: