Giannis Athanasopoulos: Der Mann mit dem Klemmbrett steht künftig bei Allianz MTV Stuttgart nicht mehr an der Seitenlinie. Foto: Baumann

Bundesliga-Spitzenreiter Allianz MTV Stuttgart und sein Coach Giannis Athanasopoulos gehen ab sofort getrennte Wege. Grund war auch die öffentlich geäußerte Kritik nach dem verlorenen Pokal-Halbfinale.

Stuttgart - Der Start in die Bundesliga-Saison war von den Ergebnissen her perfekt (fünf Spiele, fünf Siege 15:1 Sätze), der leblose Auftritt im Pokal-Halbfinale gegen den SC Potsdam (1:3) führte nun allerdings dazu, dass die Welt bei Allianz MTV Stuttgart völlig aus den Fugen geraten ist: Der Volleyball-Club und sein Trainer Giannis Athanasopoulos gehen ab sofort getrennte Wege.

Dass Geschäftsführer Aurel Irion und Sportdirektorin Kim Renkema nicht mehr restlos hinter ihrem Coach standen, hatten sie nach dem Debakel gegen den SC Potsdam deutlich gemacht. Renkema sprach davon, dass das Team „keine gute Taktik gehabt habe“. Und Irion erklärte gegenüber unserer Zeitung zwar, dass der Verein Athanasopoulos, der 2019 erstmals die Meisterschale nach Stuttgart geholt hatte, viel zu verdanken habe. Zugleich aber übte er deutliche Kritik: „Wir hatten kein Feuer auf dem Feld. Mir hat der Siegeswille gefehlt – bei den Spielerinnen, aber ich will auch einen Trainer, der brennt und dies vorlebt. Warum bekommen das andere wie Felix Koslowski oder Guillermo Hernández in den entscheidenden Spielen hin, wir aber nicht? Diese Negativerlebnisse im Pokal, das sind schon Dinge, die sich einbrennen.“

Nun hat ganz offenbar die Vertrauensbasis für die Fortsetzung der Zusammenarbeit gefehlt. „Über die Weiterentwicklung des Vereins in der Zukunft gab es unterschiedliche Auffassungen“, heißt es dazu in einer ersten Stellungnahme von Allianz MTV Stuttgart, „Cheftrainer Giannis Athanasopoulos hat in diesem Zusammenhang angeboten, das Vertragsverhältnis mit dem Verein aufzulösen. Im gegenseitigen Einvernehmen haben Vereinsführung, sportliche Leitung und der Cheftrainer nun vereinbart, dass das Vertragsverhältnis mit sofortiger Wirkung beendet wird.“

Athanasopoulos war seit 2017 Cheftrainer des Bundesligisten, zuvor war er drei Jahre Assistenzcoach. Bis ein Nachfolger gefunden ist, wird Co-Trainer Erik Reitsma kommissarisch die Führung des Bundesliga-Spitzenreiters übernehmen.

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