Mut zur Versöhnung statt Rückfälle in Krieg und Gewalt: Der CDU-Bundestagsabgeordnete David Preisendanz hat in Esslingen die Rede zum Volkstrauertag gehalten.
Dass das Totengedenken am Volkstrauertag kein bloßer Erinnerungskult sei: Das war eine der Kernaussagen in der Rede des CDU-Bundestagsabgeordneten David Preisendanz bei der Feierstunde im Forum des Klinikums Esslingen. Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Matthias Klopfer betonte der Esslinger Abgeordnete: „Wenn wir vergessen, was vergangen ist, verlieren wir auch das Gefühl für das, was uns in der Gegenwart bedroht.“
Das gilt laut Preisendanz vor allem in einer Zeit, „in der plötzlich wieder da ist, was lange weit weg schien“: Krieg in Europa durch Putins Aggression gegen die Ukraine, aber auch die „Verachtung von Demokratie und Mitmenschlichkeit“. In Deutschland etwa drohe ein von seiner Partei hoch gehandelter Politiker mit einer „Politik der ,wohltemperierten Grausamkeit’“, um Millionen Menschen aus dem Land zu vertreiben, sagte Preisendanz unter Anspielung auf ein Zitat von AfD-Mann Björn Höcke.
Dem hielt Preisendanz ein Zitat der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer zur Spaltung der Gesellschaft entgegen: „So hat es damals auch angefangen. Seid vorsichtig!“ Das müsse uns zum Nachdenken bringen, erklärte der Abgeordnete – „nicht weil sich das Gleiche einfach noch einmal wiederholen könnte, sondern weil wir doch wissen müssten, wie schnell jegliche Schranken und Grenzen fallen können.“
Brücken bauen statt Mauern
Der Volkstrauertag sei aber auch ein Tag der Versöhnung und der Hoffnung. Aus Feindschaft könne Freundschaft werden, wie im Fall Deutschlands und Frankreichs. Verständigung habe eine Chance, „wenn wir den Mut haben, Brücken zu bauen und nicht Mauern“. Diesen Mut hatte, so eines der von Preisendanz angeführten Beispiele, der Israeli Yonatan Zeigen. Seine Mutter, eine Friedensaktivisten, wurde von der Hamas brutal ermordet. Ihr Sohn setzt danach ihr friedenspolitisches Engagement fort.
Nach der Totenehrung durch Luisa Esposito vom Jugendgemeinderat und dem Gebet mit Pastoralreferent Raphael Maier von der katholischen Gesamtkirchengemeinde folgte die Kranzniederlegung bei den Soldatengräbern auf dem Ebershaldenfriedhof. Ein Streichquartett und Trompeter Sebastian Krech von der Musikschule sowie der Weingärtner-Liederkranz umrahmten die Feier.