Freunde von Ali B. haben an seinem Todesort Kerzen und Bilder aufgestellt. Eine – nicht aktivierte – Überwachungskamera ist etwa zehn Meter entfernt. Foto: Markus Schocker

Ein Libanese wird im Freiburger Ausgehviertel erstochen. Eine Überwachungskamera hätte die Tat aufzeichnen können – doch sie war aus, wie die anderen 15 Kameras auch. Warum?

Freiburg - Ali B. hat etwas zu feiern. Der libanesische Flüchtling ist beliebt, gilt als charmant, hilfsbereit und integriert, hat viele deutsche Freunde, seine Verkäuferlehre hat er erfolgreich abgeschlossen. An diesem Tag Anfang Oktober hat er für seinen anderthalbjährigen Sohn das Umgangsrecht erstritten. Den Namen des Buben hat sich der 20-Jährige auf seinen Arm tätowieren lassen – als einziges Tattoo. Mit seinen beiden besten Kumpels zieht er ins Freiburger Bermudadreieck, das so heißt, weil hier die Erstsemester abstürzen. Irgendwann trennt man sich. Eigentlich wollen alle nach Hause. Doch Ali B. kommt nie dort an. Gegen 3.30 Uhr liegt er blutend auf der Straße. Zweimal ist ihm ein Messer in den Oberkörper gerammt worden. Er stirbt an den Stichverletzungen.

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