3. Mai 2023: Wataru Endo (re.) im Duell mit dem Frankfurter Mario Götze. Am Ende zog der Weltmeister von 2014 mit der Eintracht ins DFB-Pokalfinale ein, der VfB hatte das Nachsehen. Foto: Pressefoto Baumann

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Begegnungen mit der Eintracht versprechen in Stuttgart Torfestivals. Wir erinnern an eine Reihe von Spielen und Spielern.

Am Dienstag (18.30 Uhr/Liveticker) beendet der VfB Stuttgart in der eng getakteten englischen Woche die Hinrunde der Fußball-Bundesliga mit dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Die Hessen sind zwar alles andere als ein Angstgegner, aber in den vergangenen Duellen taten sich die Stuttgarter immer wieder schwer. Mit einer torreichen Partie können die Fans allerdings rechnen. So wie in vielen der bisherigen Aufeinandertreffen beider Teams. Ein Blick auf fünf denkwürdige Heimspiele des VfB gegen die Eintracht.

10. November 2024: Ein Abend, den Sebastian Hoeneß und die Stuttgarter so schnell nicht vergessen werden. Frankfurt reist als Tabellendritter an, der VfB geht als Achter eher als Außenseiter ins Spiel. Auf dem Platz ist davon jedoch wenig zu sehen. Die Stuttgarter dominieren das Spiel, Ermedin Demirovic trifft die Latte und verschießt einen Elfmeter. Weitere Chancen bleiben ungenutzt. Mit dem ersten Torschuss gehen stattdessen die Gäste in Führung: Hugo Ekitike netzt kurz vor der Pause per Kopf. Nathaniel Brown legt anschließend nach, der Ex-VfBler Omar Marmoush trifft wenig später per sehenswertem Freistoß zum 3:0. Die späte Aufholjagd mit Toren von Josha Vagnoman und Nick Woltemade – seinem ersten Bundesliga-Treffer für den VfB – scheint im Last-Minute-Ausgleich durch Chris Führich zu gipfeln. Doch der Treffer wird nach VAR-Eingriff zurückgenommen. Ein gebrauchter Abend für den VfB, Sebastian Hoeneß ist die Fassungslosigkeit nach dem Spiel anzusehen.

3. Mai 2023: Das Halbfinale des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt ist damals das erste Spiel, das Sebastian Hoeneß mit dem VfB Stuttgart verliert. Dabei sieht es zuerst gut aus. Tiago Tomas bringt den VfB nach knapp 20 Minuten in Führung und verpasst anschließend das 2:0. In der zweiten Hälfte dreht Frankfurt auf – innerhalb von vier Minuten macht Evan Ndicka den Ausgleich und Daichi Kamada erzielt die Führung. Eine Viertelstunde vor Schluss verwandelt Randal Kolo Muani nach einem Foul von Fabian Bredlow den Elfmeter zum 3:1. Zwar bringt der eingewechselte Enzo Millot den VfB in der 83. Minute noch heran, doch der Ausgleich und der Einzug ins DFB-Pokal-Finale bleiben aus. Das Finale sollte zwei Jahre später folgen.

3. Mai 2008: Eine deutlich schönere Erinnerung für die VfB-Fans ist das klare 4:1 der Stuttgarter im Duell um die internationalen Plätze. Am 30. Spieltag steht der VfB auf Rang sechs, die Eintracht ist mit fünf Punkten weniger Achter. Yildiray Bastürk (3.) und Mario Gomez (6.) sorgen schon früh für klare Verhältnisse. Bastürk legt nach knapp 20 Minuten sogar das 3:0 nach. Für die Entscheidung sorgt ein weiterer Blitztreffer nach Wiederanpfiff: Cacau stellt in der 47. Minute auf 4:0. Der spätere Anschlusstreffer des Ex-Stuttgarters Ioannis Amanatidis ist nur Makulatur. Der VfB landet am Ende der Saison auf dem sechsten Platz und erreicht über die Qualifikationsspiele den Uefa-Cup (heute Europa League). Eintracht Frankfurt beendet die Saison auf Rang neun.

Ein schnelles Tor in Halbzeit zwei zur Entscheidung: Cacau erzielt das 4:0 gegen Eintracht Frankfurt. Foto: baumann

13. März 1982: Der torreichste Heimsieg des VfB gegen Eintracht Frankfurt seit der Bundesligagründung. Als Nachbarn im Mittelfeld der Tabelle sind die Hessen in Bad Cannstatt zu Gast. Beim VfB bilden damals die Förster-Brüder die Innenverteidigung, aber auch Hermann Ohlicher und Karl Allgöwer bestreiten das Spiel gegen die ebenfalls gut besetzten Frankfurter. Illustre Namen wie Joachim Löw oder Bundesliga-Rekordspieler Karl-Heinz „Charly“ Körbel (602 Spiele) laufen für die Hessen auf. Das Spiel selbst nimmt ab Minute 28 so richtig an Fahrt auf. Binnen sechs Minuten geht der VfB in Führung, Frankfurt gleicht aus und die Weiß-Roten machen das 2:1. Auch in Hälfte zwei sorgen schnell aufeinanderfolgende Tore für die Entscheidung. Drei Tore in 13 Minuten bringen den VfB mit 5:1 in Front. Die Eintracht erzielt zwar noch das 2:5, für mehr reichte es aber nicht mehr. Ein Schlagabtausch der allerhöchsten Klasse.

6. November 1971: Acht Tore und kein Sieger. Das 4:4 ist bis heute das torreichste Heimspiel des VfB gegen die Eintracht in der Bundesliga. Der Schlagabtausch im Neckarstadion beginnt mit dem frühen 1:0 der Frankfurter durch den späteren Weltmeister Bernd Hölzenbein. Das 2:0 legt Bernd „Dr. Hammer“ Nickel kurz vor der Pause nach. Doch beim VfB gibt niemand auf. Im direkten Gegenzug erzielen die Stuttgarter den Anschluss, es folgen drei weitere Treffer – unter anderem von Karl-Heinz Handschuh – das 4:2 fällt in der 78. Minute. Mit einem späten Doppelpack sorgt Jürgen Kalb schließlich für den Ausgleich.

Die Geschichte dieses Duells spricht für Offensive und Dramatik. Wer am Dienstag Tore erwartet, dürfte beim Blick in die Geschichte also gute Karten haben.