Stuttgarts Roberto Massimo von (links), Mario Gomez, Philipp Förster und Silas Wamangituka feiern das Tor von Gomez zum 1:1. Foto: dpa

Dem VfB Stuttgart fehlen beim 1:1 auf St. Pauli lange Zeit die Ideen. Erst in der Schlussphase drehen die Schwaben auf, was aber zu spät kommt. Zudem droht ein langer Ausfall des Kapitäns.

Hamburg (dpa) Der VfB Stuttgart hat einen Schritt in Richtung Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga verpasst. Im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer Pellegrino Matarazzo kamen die Schwaben am Samstag nicht über ein 1:1 (0:0) beim FC St. Pauli hinaus. Mit seinem späten Ausgleichstor sicherte Mario Gomez (81. Minute) dem Aufstiegsfavoriten immerhin noch einen Punkt, wodurch die Schwaben vorerst wieder auf den zweiten Tabellenplatz vorrückten.

«Es war das erwartet zähe Spiel, wo das Spielerische etwas auf der Strecke geblieben ist», sagte Matarazzo. «Es war insgesamt ein ausgeglichenes Spiel mit einem leistungsgerechten Ergebnis. Der Punkt geht in jedem Fall in Ordnung. Natürlich gibt es für uns noch viel Luft nach oben, aber mit dem Punkt bin ich auf jeden Fall zufrieden.»

Henk Veerman hatte den Kiezclub (56. Minute) in Führung gebracht. Erst in der Schlussphase erhöhten die Stuttgarter dann den Druck - was aber zu spät kam. Mit einem Sieg wäre der VfB bis auf einen Punkt an Spitzenreiter Arminia Bielefeld herangerückt, da die Arminia am Freitag beim FC Erzgebirge Aue 0:0 gespielt hatte. Dafür hatten die Gäste über weite Strecken aber nicht zwingend genug gespielt. Im Vergleich zum 3:0 gegen Heidenheim hatte Matarazzo sein Team auf vier Positionen verändert. Nicolas Gonzalez saß zunächst draußen, weil er zu spät zu einer Besprechung gekommen war.

Zudem muss der VfB in den nächsten Wochen wohl auf seinen Kapitän Marc Oliver Kempf verzichten, der mit dem Verdacht auf einen Kieferbruch in ein Hamburger Krankenhaus gebracht worden war. Der 25 Jahre alte Verteidiger hatte sich in der Anfangsphase der Partie beim FC St. Pauli in einem Kopfballduell mit Ryo Miyaichi verletzt. «Das ist jetzt der dritte Innenverteidiger», sagte Sportdirektor Sven Mislinat. «Wir glauben, dass er hier in Hamburg bleibt und nicht fliegen kann.» Im droht ein Ausfall von bis zu acht Wochen. Zudem hat sich Borna Sosa wohl einen Mittelhandbruch zugezogen.

Ziemlich sicher dürften beide den Schwaben am Mittwoch im Pokal-Achtelfinale bei Bayer 04 Leverkusen fehlen. Möglicherweise war Kempfs frühe Auswechslung in der 7. Minute auch ein Grund dafür, dass die Gäste in der Folge offensiv kaum in Erscheinung traten. Vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion ließen die Gastgeber kaum etwas zu und wären schon vor der Pause beinahe in Führung gegangen. Nach einem Konter hatte Miyaichi St. Paulis Führung auf dem Fuß, doch er scheiterte freistehend an Torwart Gregor Kobel (34.).

Auf der Gegenseite hätte Philipp Klement (45.+1) fast getroffen, doch Keeper Robin Himmelmann lenkte dessen Kopfball stark an die Latte. Nach dem Wechsel war es erneut der gute Miyaichi, der Veerman den Treffer glänzend auflegte. Die Chance zur Entscheidung ließ Miyaichi (73.) erneut freistehend vor Kobel liegen, als er den VfB-Keeper nicht überwinden konnte. Das bestrafte Gomez eiskalt und konsequent.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: