Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat Verständnis für den VfB, der bei Nick Woltemade hart bleibt – und verweist auf die Bayern-Verpflichtung von Luis Diaz.
In der Personalie um den wechselwilligen Fußballprofi Nick Woltemade, in der seit mehr als einer Woche öffentliche Funkstille zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart herrscht, hat sich der deutsche Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus erneut zu Wort gemeldet. Abermals stärkt der 64-Jährige der Position des Pokalsiegers aus Bad Cannstatt den Rücken.
„Ich kann den VfB verstehen, wenn man dort sagt: Wieso sollten wir Woltemade billiger abgeben als Díaz, für den Bayern 75 Mio. zahlt? Woltemade ist jünger und ein deutscher Nationalspieler, der eine Identifikationsfigur werden kann. Der VfB hat die Argumente auf seiner Seite“, sagt Lothar Matthäus gegenüber der „Sport Bild“. Dabei kann sich Matthäus nicht vorstellen, dass die Stuttgarter zum jetzigen Zeitpunkt noch umfallen werden. Und dies, obwohl Nick Woltemade, der beim VfB einen Vertrag bis zum Juni 2028 besitzt, gerne nach München wechseln würde: „Ich glaube nicht, dass sich der VfB beim aktuellen Angebot mit den Bayern an einen Tisch setzen würde. Damit würde man sich unglaubwürdig machen“, erklärte Matthäus – und bezieht auch den Stuttgarter Vorstandschef in seine Überlegungen mit ein: „Alex Wehrle steht zu seinem Wort, ich kenne ihn.“
Es ist nicht das erste Mal, dass sich der TV-Experte in das Tauziehen um Woltemade einschaltet. „Ich finde es richtig, dass Bayern sich um ihn bemüht. Wobei ich 60 Millionen Ablöse zu wenig finde. Wären 80 bis 100 Millionen genannt worden, hätte mich das nicht überrascht“, hatte Matthäus Ende Juni erklärt.
„Lothar Matthäus hat nicht alle Tassen im Schrank“, hatte sich der Bayern-Patron Uli Hoeneß daraufhin echauffiert. Sein Vorwurf damals: Der ehemalige Weltfußballer werfe mit astronomischen Zahlen um sich – und setze so beide Parteien – den VfB wie die Bayern – unter Druck.