Immerhin – dieses Mal hat kein VfB-Profi einen Elfmeter verschossen. Trotzdem waren die Strafstöße ein Ärgernis des Abends in der Europa League bei Fenerbahce Istanbul.
Der VfB Stuttgart und die Elfmeter, das ist in diesen Wochen, oder besser Monaten, keine Erfolgsgeschichte. Da steht ja übergeordnet die vermaledeite Bilanz bei eigenen Elfern: Sieben von elf haben die Weiß-Roten zuletzt übergeordnet in allen Pflichtspiel-Wettbewerben verschossen, das erfolgreiche Elfmeterschießen in der ersten DFB-Pokalrunde bei Eintracht Braunschweig ausgenommen. Angelo Stiller verschoss vor ein paar Wochen kläglich gegen den FC St. Pauli, Ermedin Demirovic traf dann beim 1. FC Köln und vergab später beim FC Basel, so ging das zuletzt ab.
Am Donnerstagabend nun, beim 0:1 in der Europa League bei Fenerbahce Istanbul, verschoss kein weiterer VfB-Profi einen Elfer. Allerdings: Die Elfmeterthematik drückte dem Team von Sebastian Hoeneß trotzdem mächtig aufs Gemüt. „Am Ende“, sagte Mittelfeldmann Angelo Stiller, „entscheiden Elfmeter.“
Die Elfmeter-Seuche des VfB geht weiter
Der Taktgeber des VfB muss es wissen. Weil er bei beiden entscheidenden Elfmeterszenen der entscheidende Mann war. Vor dem Siegtreffer für Fener durch Kerem Aktürkoglu (34. Minute) hatte der 24-Jährige Milan Skriniar bei einer Ecke im Strafraum festgehalten, der Istanbuler Kapitän hob dankend ab. „Er fällt sehr leicht, dann falle ich auf ihn drauf, wahrscheinlich sieht es im Video blöd aus“, sagte Stiller über den strittigen, aber keinesfalls falschen Pfiff.
In der zweiten Halbzeit dann kam Stiller selbst im gegnerischen Strafraum zu Fall. Doch der Videoassistent griff ein, und der Elfmeterpfiff wurde vom Schiedsrichter zurückgenommen (68.). „Keine Ahnung, es ging so schnell“, sagte Stiller hinterher, „die auf der Bank meinten, dass man den geben kann. Ich habe einen Kontakt gespürt, weiß aber nicht, wann der kam, ob vor oder nach dem Schuss.“
Für VfB-Trainer Sebastian Hoeneß war die Sache klarer. „Wir müssen über eine Szene sprechen: Wir bekommen einen Elfmeter zugesprochen und es gab einen klaren Kontakt. Das sieht man auch an Angelo Stillers Knöchel“, sagte er verärgert. Tatsächlich gab es den besagten Kontakt – allerdings erst, nachdem Stiller im Strafraum bereits geschossen hatte. Nüchtern betrachtet aber war es kein Fall für den Videoassistenten, weil angesichts des klaren Kontakts keine klare Fehlentscheidung vorgelegen hatte.
Am Ende hatte der VfB in Person von Stiller also doppeltes Elfer-Pech in Istanbul – und einmal noch Glück. So wurde in der zweiten Hälfte ein Strafstoß für Fener zurückgenommen. VfB-Abwehrmann Luca Jaquez hatte Nene klar gefoult, doch vorher war eine Abseitsstellung vorgelegen. Ein schwacher Trost für den VfB – an diesem nächsten vermaledeiten Elfmeter-Abend. Auch wenn dieses Mal kein Stuttgarter einen Strafstoß vergeben hatte.