Drei Führungsspieler, ein Ziel: Ermedin Demirovic, Atakan Karazor und Deniz Undav (von links) vom VfB Stuttgart Foto: Baumann

Bei der Mannschaft des Pokalsiegers ist einmal mehr Widerstandskraft gefragt – so schätzt der Sportchef Fabian Wohlgemuth die Lage vor dem Spiel bei Celtic Glasgow ein.

Wieder eine große Bühne, wieder ein namhafter Gegner. Die Begegnung des VfB Stuttgart bei Celtic Glasgow umweht ein Hauch Champions League – auch wenn es sich am Donnerstag (21 Uhr/Liveticker) nur um das Playoff-Hinspiel in der Europa League handelt.

Und wieder steht viel auf dem Spiel. Im Januar bei der AS Rom waren es atmosphärisch ähnliche Voraussetzungen und sportlich ging es um die direkte Qualifikation für das Achtelfinale. Der VfB verlor mit 0:2. Jetzt nimmt der Fußball-Bundesligist den Umweg über die Zwischenrunde und will sich diesmal keine Blöße geben, um unter die besten 16 Clubs im internationalen Wettbewerb zu gelangen.

Die Stuttgarter treffen dabei im Celtic-Park auf einen Gegner, der stark über die emotionale Seite kommt. „Celtic hat wie wir am vergangenen Wochenende gewonnen. Die Art und Weise, wie der Sieg gegen Kilmarnock zustande kam, wird für zusätzlichen Optimismus sorgen“, sagt der Sportvorstand Fabian Wohlgemuth.

0:2 lag das Team aus Glasgow zurück und gewann in letzter Sekunde noch 3:2. Julian Araujo erzielte den Siegtreffer weit in der Nachspielzeit und ließ den grün-weißen Fanblock schon in der Fremde vor Freude erbeben. Im heimischen Stadion wird es noch einmal lauter und euphorischer, wenn Celtic angreift und trifft. „Auf uns wartet am Donnerstag eine große Herausforderung, die Atmosphäre im Celtic-Park macht die Aufgabe noch spezieller“, sagt Wohlgemuth.

Wieder einmal ist Widerstandskraft gefragt, wenn die Stuttgarter antreten. Denn spielerisch dürfte die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß überlegen sein, wenn es gegen den Tabellendritten der Scottish Premiership geht. Nach schwierigem Saisonbeginn hat sich der schottische Rekordmeister jedoch gefangen und die Spitzenposition im Visier – bei drei Punkten Rückstand und einem Spiel weniger als Heart of Midlothian. Im Europapokal gelangen der Elf von Teammanager Martin O’Neill zudem Achtungserfolge wie das 2:2 beim FC Bologna oder das 3:1 bei Feyenoord Rotterdam.

Der VfB ist also gewarnt. „Das alles ändert nichts daran, dass wir mit großer Vorfreude und auch selbstbewusst die Reise nach Glasgow antreten“, sagt Wohlgemuth, der zuletzt beim 3:1 gegen den 1. FC Köln eine Stuttgarter Mannschaft erlebte, die nach starkem Beginn zunehmend Schwierigkeiten bekam und den zwischenzeitlichen Ausgleich hinnehmen musste. Auch aufgrund der körperlichen Spielweise der Gäste aus dem Rheinland in der MHP-Arena. Ein Muster, das sich ergibt: Gegner, die dem Pokalsieger mit hoher Intensität und einem tiefen Defensivblock begegnen, schaffen Probleme. Zuletzt hatte die Hoeneß-Elf aber Lösungen parat – wenn auch in letzter Minute.