Danny Schwarz kam einst vom Landesligisten FC Eislingen zum VfB Stuttgart und feierte 1997 den DFB-Pokalsieg mit den Weiß-Roten. 25 Jahre später kehrt er als Trainer des FC 08 Homburg zum Regionalliga-Duell beim VfB II zurück.
Die schönste Erinnerung in seiner Profilaufbahn? Der größte Erfolg in seiner aktiven Karriere? Die Antwort auf die beiden Fragen gibt Danny Schwarz in einem Satz: „Der DFB-Pokalsieg mit dem VfB Stuttgart 1997.“ Toll sei es gewesen, dass er diesen Titelgewinn auf dem Feld miterleben durfte. Der damalige Coach Joachim Löw wechselte den Mittelfeldspieler im Finale gegen Energie Cottbus (2:0) kurz vor Schluss für Doppel-Torschütze Giovane Elber ein.
Im Filstal groß geworden
Schwarz hatte damals gerade seinen 22. Geburtstag gefeiert. Zwei Jahre zuvor war er vom Landesligisten FC Eislingen, bei dem er alle Jugendmannschaften durchlaufen hatte, zum VfB gekommen und schaffte über die Amateurmannschaft den Sprung in die Bundesliga. „Es fällt mir schwer, daran zu glauben, dass das heutzutage, ohne den Weg über ein Nachwuchsleistungszentrum, noch möglich wäre“, sagt Schwarz mit Blick auf seinen eher ungewöhnlichen Werdegang zum Profi.
Wie auch immer: Er freut sich jedenfalls riesig, an diesem Samstag (14 Uhr/Schlienzstadion) nach Stuttgart zurückzukommen – als Trainer des FC 08 Homburg zum Regionalliga-Duell beim VfB II. „Vielleicht laufen mir ja noch ein paar alte Weggefährten über den Weg“, hofft der 48-Jährige. Absolute Priorität aber genießt das Ziel, mit seinem neuen Club drei Punkte zu holen. „Der Trend stimmt, wir haben uns stabilisiert und sind seit vier Spieltagen ungeschlagen“, gibt sich Schwarz optimistisch.
Pokal-Coup gegen Lilien
Doch mit erst einem Sieg aus sieben Punktspielen rangiert der Aufstiegsmitfavorit aktuell nur auf Platz 14. Irgendwie scheint dem FCH der 3:0-DFB-Pokal-Erstrundentriumph gegen Bundesligist SV Darmstadt 98 nicht bekommen zu sein, danach setzte es ein 1:2 gegen die TSG 1899 Hoffenheim II und eine 0:5-Packung bei Eintracht Frankfurt II. „Vielleicht hatte der Pokalerfolg manche zu sehr in Sicherheit gewiegt, wir sind jedenfalls danach bitterböse aufgeschlagen“, sagt der gebürtige Göppinger, der noch alle Chancen für den Vorjahresvierten sieht: „Diese Saison wird ein Marathon, man braucht einen langen Atem.“
Den hat er in seiner bisherigen Trainerkarriere bewiesen – zumindest beim FC Bayern München. Dort trainierte er von 2012 an fast zehn Jahre lang Jugendteams und auch die zweite Mannschaft. Zuvor war er drei Jahre lang als Spieler beim FCB II am Ball – der damalige Trainer Mehmet Scholl hatte ihn unbedingt in seinem Team haben wollen. „Ich war damals eigentlich schon auf dem Sprung zum VfL Wolfsburg II, als der Anruf von Mehmet kam“, erinnert sich Schwarz.
Mentor Köstner
Nach Wolfsburg hatte ihn Lorenz-Günter Köstner (71) holen wollen – der Mann, der seine Spielerkarriere entscheidend prägte. Der ehemalige Co-Trainer des VfB Stuttgart lotste Schwarz zum Karlsruher SC (2002) und zuvor schon zur SpVgg Unterhaching (1999), wo der aktuelle Homburger Trainer sein zweitspektakulärstes Erlebnis hatte nach dem DFB-Pokalsieg mit dem VfB: Den 2:0-Coup mit Unterhaching am 20. Mai 2000 gegen Bayer Leverkusen am letzten Bundesliga-Spieltag, durch den der FC Bayern noch deutscher Meister wurde. „Das war der helle Wahnsinn damals“, erinnert sich Schwarz an dieses denkwürdige Saisonfinale in München, wo seine Familie (Frau Pamela und die Zwillingstöchter Sina und Lilly) nach wie vor ihren Lebensmittelpunkt hat.
Seine Wurzeln in Württemberg sind Danny Schwarz weiterhin wichtig. Und mit dem einen oder anderen in seinem aktuellen Team kann er sich bestens auf Schwäbisch unterhalten: Die Homburger Offensivkräfte David Hummel und Fabian Eisele stammen aus der Region und haben eine VfB-Vergangenheit, genauso der aktuell verletzte Mart Ristl. Ebenfalls schon den weiß-roten Dress trug Benjamin Kirchhoff. Markus Mendler spielte früher für die Kickers, genauso Sven Sökler, einer der beiden Co-Trainer von Danny Schwarz. Es steckt also nicht nur für Schwarz eine gewisse Brisanz in diesem Regionalliga-Duell am Samstag im Schlienzstadion.