Von sieben Bundesliga-Heimspielen dieser Rückrunde hat der VfB Stuttgart sechs verloren, der letzte Erfolg liegt vier Monate zurück. Im letzten Heimspiel der Saison soll der Fluch enden. Wie der Trainer die Lage sieht.
Man kann ja viele Beschreibungen finden. Fluch, Misere, Pechsträhne – oder sonst wie. Für Sebastian Hoeneß ist es: eine „unsägliche Serie“. Wider sprechen will dem Trainer des VfB Stuttgart auch bei dieser Bezeichnung niemand. 4:0 hat sein Team am 18. Januar im ersten Heimspiel der Rückrunde den SC Freiburg besiegt. Was danach folgte: Sechs Heimniederlagen in Folge in der Bundesliga.
„Diese Serie mit einem Sieg zu beenden, ist was wert“, sagt Hoeneß vor der Partie gegen den FC Augsburg. Es ist das letzte Heimspiel dieser Saison – und weil der letzte Eindruck bekanntlich besonders viel zählt, wäre ein Erfolg am Sonntagabend (19.30 Uhr) in der MHP-Arena auch besonders wichtig. „Wir wollen“, betont der Coach, „uns mit einer leidenschaftlichen Leistung und mit einem Sieg von den Fans verabschieden.“
Natürlich gilt auch weiterhin: Sollte der VfB am 24. Mai in Berlin den DFB-Pokal gewinnen und somit in die Europa League einziehen, wird nicht mehr viel gesprochen werden über die historische Heim-Pleitenserie der vergangenen Wochen. Aber: Spätestens im ersten Heimspiel der neuen Saison kann das Thema ja wieder präsent sein. Daher ist es Hoeneß’ Wunsch, die Nummer lieber noch in dieser Spielzeit zu beenden. „Wir wollen zeigen, dass wir wieder eine Heimmacht werden können“, ergänzt der Kapitän Atakan Karazor.
Leicht wird das nicht, schließliche haben die Augsburger laut Hoeneß eine „herausragende Rückrunde“ gespielt. Mit 24 Punkten steht der FCA in der Tabelle der zweiten Saisonhälfte auf dem fünften Rang, der VfB liegt in diesem Ranking mit 15 Zählern lediglich auf dem 14. Platz. In der Real-Tabelle rangieren die Stuttgarter mit einem Punkt mehr einen Platz vor den Gästen vom kommenden Sonntag. Die leisen Hoffnungen der Augsburger auf die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb sind mittlerweile keine mehr.
Der VfB muss dennoch viel investieren, um dem Trend entgegenzuwirken. Hoffnung macht den Weiß-Roten das Auswärtsspiel beim FC St. Pauli. Das Team hat, statt ein Spiel in der Schlussphase aus der Hand zu geben, selbst kurz vor dem Abpfiff den Sieg klargemacht. Sicher, gegen einen Gegner in Unterzahl – aber: das gute Gefühl minderte diese Tatsache keineswegs.
So wollen die Stuttgarter nun also wenigstens die letzten drei Saisonspiele konstant erfolgreich bestreiten und so auch doch noch in einen kleinen Flow kommen, der auch hilfreich fürs folgende Pokalfinale sein kann. Helfen kann da neben der frischen Erinnerung an das Auswärtsspiel in Hamburg auch eine etwas ältere an ein Heimspiel.
Am 4. Februar besiegte der VfB im Viertelfinale des DFB-Pokals den FC Augsburg. In der MHP-Arena, wo später auch noch ein Halbfinalerfolg gegen RB Leipzig folgte. Diese beiden Beispiele zeigen: Es geht doch! Auch zuhause.
„Wir wollen mit unseren Fans einen Heimsieg feiern“, wiederholt daher Sebastian Hoeneß. Damit er künftig keine Beschreibungen für eine Sieglosserie im eigenen Stadion mehr finden muss.